Pressestimme zu "Gauklerin der Literatur"

Aus: Mainspitze vom 29.3.2003

"Der ‚Zauber ihres literarischen Lachens’, wie Marianne Flassbeck die besondere Ausstrahlung der Werke Elizabeth von Arnims als deren herausragendsten Eigenschaft bezeichnet, tritt in seiner vielschichtigen, bewusst unterschwellig gehaltenen Art, die sich hinter der Fassade eines charmant-unterhaltsamen Plaudertons aufhält, in Flassbecks Dissertation ans Tageslicht ...

Zahlreiche Zitate, die Marianne Flassbeck in ihre Arbeit eingeflochten hat, lassen, wenn auch nur in kleinen Ausschnitten, einen lebendigen Eindruck von der Wirkung der Gesamtromane entstehen. Die Ignoranz, die Elizabeth von Arnim seitens der Literaturkritik entgegengebracht wurde, kann sich, wie auch Flassbeck anklingen lässt, daraus begründen, dass sie in ihren Werken gegen Autoritäten opponiert und dem patriarchalischen Herrschaftssystem mit heftigster Kritik begegnet. Diese versteckt sie hinter vordergründiger Leichtigkeit, die sich bei intensiver Betrachtung als geschickt ausgebreiteter Schleier entpuppt. Erst durch ein sensibilisiertes Lesen gibt er den Blick für die darin enthaltene scharfsinnige Sichtweise aus den Augen einer Frau frei ...

Dieser Art subtiler Direktheit, die häufig von einem Hauch Unbekümmertheit oder gar Naivität bedeckt wird, ist für das Erstlingswerk ‚Elizabeth und ihr Garten’ ebenso charakteristisch, wie für drei weitere Romane, die Flassbeck aus dem umfangreichen Schaffen der Autorin ausgewählt hat. ‚Verzauberter April’, die Entwicklung einer Frauenfreundschaft in einem italienischen Urlaubsort, ‚Vera’, das Zusammenleben mit einem tyrannisch-herrschenden Ehemann, und ‚Love’ die Liebesbeziehung zu einem mehr als 20 Jahre jüngeren Mann, sind jene Werke, auf denen sich die tiefgreifende Analyse aufbaut.

Die Dissertation macht neugierig auf die Literatur Elizabeth von Arnims und ist ein Teilausgleich für das vorherige fehlende Interesse innerhalb der wissenschaftlichen Betrachtung."

(Nina Finkernagel)

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