Pressestimme zu "Ilse Langner 1899 - 1987. Ich möchte die Welt hinreißen"

Aus: Frankfurter Rundschau vom 29.12.1999

"... Die hervorragende Auswahl der Texte - Reiseberichte, Auszüge aus Romanen, Essays, Briefe und vor allem Theaterstücke - machten mich mit einer Frau bekannt, deren zeit- und gesellschaftskritischer, ironischer und weitsichtiger Verstand beeindruckt. In ihrem Werk versuchte sie, die Menschen in andere Welten zu entführen, ihre Reiseberichte von der ‚Mutter’-Insel Malta und der ‚Vater’-Insel Rhodos führen ein in Götter- und Mythenwelten und kritisieren gleichzeitig die mitreisenden Frauen ...

Geschichte und Mythos spielen auch in ihren Theaterstücken eine große Rolle, die Amazonen, Klytämnestra, Iphigenie und Orest, wobei die Heroinen und Heroen gleichzeitig in der Antike und im Hier und Jetzt agieren, das heißt in diesem Fall in den 20er, 30er und 40er Jahren. So hielt Ilse Langner ihrer Gesellschaft den Spiegel vor, den Frauen, dem Patriarchat und vor allem dem NS-Staat, dem sie denn auch ein Dorn im Auge war, und der sich nicht anders zu helfen wusste, als die Aufführung ihrer Komödien und Dramen zu verbieten. Nach dem Krieg reiste Ilse Langner als Sonderbeauftragte und Vertreterin Deutschlands um die Welt, schrieb, engagierte sich gegen Atomkraft gegen die Bevormundung der Frauen, gegen die Zerstörung des Lebendigen. Sie wurde geehrt und zur Preisträgerin gemacht, nur einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde sie nicht ..."

(U.H.-V.)

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