Pressestimme zu "Ilse Langner 1899 - 1987. Ich möchte die Welt hinreißen"

Aus: Sächsische Zeitung vom 15./16.6.2000

"Da gibt es nun so wenige Frauen überhaupt, die für das Theater schreiben, und wenn schon, leistet es sich die Literaturgeschichte auch noch, sie ins Vergessen abzudrängen ...

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es vor allem Erwin Piscator, heimgekehrt aus dem Exil in den USA, der ihre neuen Stücke endlich inszenieren wollte. Doch diesmal fehlte es an Geld und Unterstützung der Theater für die aufmüpfige Dramatikerin. Unermüdlich verarbeitete Ilse Langner aktuelle Probleme in ihren Dramen, so die Verantwortung des Naturwissenschaftlers, den Missbrauch der mit neuen Forschungen verbundenen Macht, die Atomkrise. Immer wieder aber stehen Frauengestalten im Zentrum ihrer Texte ...

Sie predigt nicht den Kampf der Frauen gegen die Männer, sondern plädiert - wie Generationen später auch die Schriftstellerin Irmtraud Morgner - dafür, dass beide Geschlechter sich gegenseitig akzeptieren, weil sie nur gemeinsam die Probleme der modernen Welt lösen werden. Solche Ansichten passten jedoch nicht in die Nachkriegsszene, weder in Ost noch in West fand sie Theaterbühnen ...

Sie selbst muss eine hinreißende Frau gewesen sein, glaubt man dem Urteil von Weggefährten. Ilse Langners literarisches Werk wieder zu entdecken, bietet ungeahnte Abenteuer und Ausflüge nicht nur in die Welt der Antike, sondern auch in fantastische und surreale Welten ..."

(Monika Melchert)

« Pressestimmen zu "Ilse Langner 1899 - 1987. Ich möchte die Welt hinreißen"

« zur Übersicht der Pressestimmen