Pressestimme zu "Käthe, meine Mutter"

Aus: blattgold, 11/01

"... Für die Autorin ist die Versöhnung mit der Mutter die Quintessenz ihres Buches. Durch die Einbindung in die politischen Verhältnisse, die Vernetzung mit vielen Einzelgeschichten der jeweiligen Familien soll deutlich werden, warum die Mutter so gehandelt und welche Leistungen sie erbracht hat. Ihre eigene Position in der 68er-Bewegung ist Marianne Krüll heute ‚unverständlich’. Ihr schaudert vor einer jungen Frau, die selbstgerecht und anklägerisch die Müttergeneration mit angelerntem Wissen konfrontiert und ihr damit den Boden unter den Füßen wegzieht. Genau an diesem Punkt setzen meine eigenen Bedenken ein ... Hätte es eine andere - mildere und humanere - Form der Konfrontation damals gegeben? Oder war es nicht historisch wichtig und überfällig, in einem explosiven Aufbruch die unglücklichen Zusammenhänge zwischen der Einbindung in den Nationalsozialismus, der Vorstellung der Frauen, sie seien "unpolitisch" und die damit verbundenen Lebenslügen zu sprengen? Unabhängig von diesen Zweifeln hat Marianne Krüll ein Buch geschrieben, das unbedingt zum Lesen empfohlen wird. Ein Buch, das sich spannend, sorgfältig und differenziert, mit den Frauenbiografien des 20. Jahrhunderts beschäftigt, das dem Alltagsleben, den Wünschen und Hoffnungen der Frauen endlich den gebührenden Platz einräumt und die Leserinnen anregt, ihre eigenen Familiengeschichten unter dem Aspekt der Mutter-Tochterbeziehungen und weiblicher Genealogien zu betrachten.

Das Buch ist auch äußerlich sehr schön geworden, grafisch hervorragend gestaltet. Das Fotomaterial ist hervorragend ausgesucht und gut platziert. Es entsteht ein sinnliches Lesevergnügen."

(Barbara Degen)

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