Pressestimme zu "Käthe, meine Mutter"

Aus: www.fembio.org, Luise F. Puschs aktuelle Buchempfehlung, September 2001

"Das eigentlich Besondere an dem Buch ist nicht, dass die Hauptperson dem Publikum bis dahin unbekannt war. Bücher von -mehr oder weniger bekannten - Söhnen und Töchtern über gänzlich unbekannte Väter gibt es en masse, gerade in Deutschland hatten wir geradezu eine Epidemie von Väterbiographien zu verkraften. Ungewöhnlich und erfreulich ist, dass sich hier eine Frau auf ihre Mutter konzentriert statt auf ihren Vater. Auf so eine abstruse Idee kann auch nur eine Feministin kommen. Ich habe aus der Lektüre viel erfahren über die Zeit und die Einflüsse, denen meine eigene Mutter (geb. 1918, sieben Jahre nach Käthe) ausgesetzt war, und viel über meine Freundin Marianne, die acht Jahre älter ist als ich. Am meisten hat mich das armselige, von dem Kind Marianne aber als glückselig empfundene Leben in der Spandauer Laubenkolonie bewegt, und das Überstehen der jahrelangen, ständigen Bombenangriffe in Berlin. Das wird ergreifend tapfer und lakonisch erzählt und hat mich (1944 in einer westfälischen Kleinstadt geboren und so dem Bombenterror knapp entkommen), bis in die Träume verfolgt ... Auch ich hatte, wie anscheinend die meisten Frauen im Patriarchat, einen ausgedehnten Konflikt mit meiner Mutter. Zum Glück konnten wir ihn ausräumen - inzwischen begegnen wir uns eher wie Schwestern. Marianne Krüll verlor ihre Mutter 1974 ganz plötzlich, ohne sich mit ihr ausgesöhnt zu haben. Käthe war erst 63, Marianne 38 Jahre alt, verheiratet und selbst Mutter zweier Töchter. Dies Buch ist auch eine große, lange Trauerarbeit ..."

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