Pressestimme zu "Käthe, meine Mutter"

Aus: Rüsselsheimer Echo, Mai 2001

"Auf den Spuren der eigenen Mutter wandelt die Autorin Marianne Krüll in ihrem kürzlich im Christel Göttert Verlag erschienenen Buch ‚Käthe, meine Mutter’. Dass die durch ihre erfolgreichen Biografien über Sigmund Freud und Thomas Mann bekannte Schriftstellerin diese persönliche Lebensgeschichte nicht in einem großen Verlag, sondern trotz schlechterer Konditionen im Rüsselsheimer Frauenbuchverlag veröffentlichte, liegt an dem besonderen emanzipatorischen Verlagsprogramm. Die Bücher von Christel Göttert sind nicht nur äußerlich kleine Kunstwerke, sondern stricken auch Frauenbande. Jede Veröffentlichung präsentiert eine Philosophie, die Frauen an das Handeln und Denken anderer, im Weltenlauf vorangegangener Frauen anknüpfen lässt. Dass Frauen sich bei aller Unterschiedlichkeit akzeptieren, unterstützen und voneinander lernen, ist das Grundanliegen. Frauen sollen sich nicht an Männern messen, sondern eigenes Selbstbewusstsein entwickeln. Alles andere nutzt nur dem Patriarchat. Der eigenen Mutter kommt dabei freilich eine besondere Rolle zu ...

Die 1936 geborene Marianne Krüll hatte sich in der "Revoluzzerzeit" der 60er und 70er Jahre aus der sehr engen Abhängigkeit zu ihrer Mutter mit der damals üblichen Radikalität gelöst. Die übertriebene Anhänglichkeit wechselte in unangemessene Kritik über. Jahrelang herrschte Funkstille. Da Käthe unerwartet und früh starb, kam es zu keiner wahren Versöhnung. Indem Krüll die Lebensstationen ihrer Mutter detailliert recherchiert und die Orte durchwandert, nähert sie sich ihrer Mutter wieder an. Sie entdeckt ihre Geheimnisse und intimsten Hoffnungen. ... Die Aufzeichnung dieses ganz gewöhnlichen Lebens ist nicht weniger packend als das einer Berühmtheit. Sie zeigt, wie verletzlich Menschen sind und wie sehr jeder mit seinen Vorfahren mehrerer Generationen verbandelt ist, ohne sich dessen bewusst zu sein."

(Madeleine Heckmann)

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