Pressestimme zu "Das Patriarchat ist zu Ende"

Aus: Zeitschrift für Politikwissenschaft, 3/1998

"Der sowohl in deutscher als auch in italienischer Sprache abgedruckte Text erschien zunächst in der von dem Mailänder Frauenbuchladen herausgegebenen Reihe ‚Sottosopra’ (‚Drunter und Drüber’). Unter diesem Titel erscheinen seit den siebziger Jahren in unregelmäßiger Folge Diskussionspapiere zu zentralen Fragen der Frauenbewegung. Dieses achte Sottosopra entstand in einem eineinhalb Jahre dauernden Prozess. Frauen aus mehreren Städten Italiens, aus den verschiedensten Berufen diskutierten über die Aussage: ‚Politik ist die Politik der Frauen.’ Dabei folgten sie dem Leitmotiv der Theoriebildung des Mailänder Frauenbuchladens: ‚Theorie produzieren heißt, Praxis in Worte fassen.’

Die im Titel provokant aufgestellte Behauptung begründen die Autorinnen damit, dass der Wegfall des Glaubens der Frauen an das Patriarchat und die Art, in der sich Frauen in der Welt bewegen, das Ende des Patriarchats anzeigen. In ihren weiteren Ausführungen betonen sie die Geschlechterdifferenz als die einzige unaufhebbare Differenz zwischen Menschen. Davon ausgehend wenden sie sich gegen eine ‚emanzipationistische Politik’, die das Streben nach Gleichheit von Frauen und Männern in den Mittelpunkt stellt. Statt dessen sprechen sie von der ‚Dynamik der Ungleichheit’ und plädieren für eine neue ‚primäre Politik’, die auf das vielfältige Engagement von Frauen und Männern in Kooperativen, Initiativen und anderer ehrenamtlicher Arbeit setzt, in der die ‚Praxis der Beziehung’ sowie ein verändertes Selbstbewusstsein wesentlich sind."

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