Pressestimme zu "Mutterland ... nach dem Holocaust"

Aus: Schlangenbrut, Mai 2003

"’Mutterland’ ist der Reisebericht der US-amerikanischen Autorin Fern Schumer Chapman, deren Mutter als Kind deutsch-jüdischer Eltern in die USA geschickt wurde und so die Shoa überlebte. Bis ins Alter hat Edith Westerfeld dies zu verdrängen versucht, aber: ‚Niemand entkommt dem Mutterland. Nicht meine Mutter. Nicht ich.’ Und so reisen Mutter und schwangere Tochter zu einer Spurensuche in dieses Mutterland Deutschland. Die Nüchternheit der Schilderung verdeckt die Abgründe nur scheinbar: die soziale und physische Ermordung der Großeltern der Autorin steht der damaligen wie heutigen Heuchelei und Feigheit der meisten ehemaligen Bekannten und FreundInnen gegenüber. Dennoch finden Mutter und Tochter - zusammen mit einem nichtjüdischen Deutschen - am Ende Wege für einen Umgang mit der Vergangenheit; das Buch endet tröstlich, aber nicht beschönigend: Selbst das schrecklichste Wissen ist besser als Schweigen. Und es bleibt die Hoffnung, dass dieses Wissen die Enkelin der einst Vertriebenen, die Tochter der Autorin, nicht mehr belasten wird."

(Andrea Langenbacher, Aurica Nutt)

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