Pressestimme zu "Mutterland ... nach dem Holocaust"

Aus: FreiburgerFrauenStudien, Nr. 12, 2003

"... Neben Lilly Brett ist Schumer Chapman eine weitere jüdische Autorin aus den USA,

die sich mit den Erfahrungen der Töchter-Generation der Holocaust-Überlebenden auseinandersetzt. Dennoch kaum zu vergleichen: Lilly Brett entwirft in ‚Einfach so’ ein Panorama verschiedener Personen, die alle ganz Verschiedenes erlebten und erleben mit ihrem Jüdischsein, aber ganz in der Gegenwart angekommen sind. Fern Schumer Chapman hingegen blickt gezielt auf eine Person - ihre Mutter - und deren Suche nach der Vergangenheit. So wird der Leser ganz vertraut mit dem Ringen mit der eigenen Geschichte, das nicht nur das ganze Leben in Beschlag nehmen kann, sondern auch bei der Nachfolgegeneration Spuren hinterlassen hat. Erst von ihrer Enkelin wird Edith emotional erreicht, erst jetzt hat sie die innere Freiheit dazu erlangt.

Fern Schumer Chapman ist ein poetisches, tief berührendes Buch über das Lernen aus der Vergangenheit, aber auch über das Verzeihen und Loslassen gelungen. Mit ihrem sensiblen und einfühlsamen Stil prangert sie das Unrecht an, das das Leben zweier Generationen geprägt hat. Dennoch gelingt es ihr, nicht einfach mit dem Finger auf die zu zeigen, die während der schlimmsten Verfolgung nicht den Mut hatten, ihren Mitmenschen zu helfen, sondern wegsahen und mit ihrer Feigheit leben mussten."

(Ruth Brand)

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