Pressestimme zu "Mutterland ... nach dem Holocaust"

Aus: Bundesbrief des Deutschen Evangelischen Frauenbundes, Februar 2003

"Eine Rückkehr nach fünf Jahrzehnten an den Ort der Kindheit, in eine Heimat, die man nur in ganz wenigen Bildern festgehalten hat, über die man aber mit niemandem reden konnte und später auch nicht reden wollte, wird zu einem Neubeginn, auch in der Beziehung von Mutter und Tochter.

Mit einem der Kindertransporte hatte die jüdische Familie aus Stockstadt am Rhein die Tochter zu Verwandten nach Amerika schicken können. So überlebte sie einsam und in einer ihr fremden Umgebung im Gegensatz zu Eltern und Großeltern den Zweiten Weltkrieg, aber die seelischen Wunden waren tief. Jahrelang konnte sie nicht darüber sprechen. Dann entschloss sie sich, zusammen mit ihrer Tochter nach Deutschland zu fliegen.

Eine vorsichtige, tastende Annäherung an die eigenen Erinnerungen, überlagert von viel Fremdem, nie zuvor gesehen oder gehört, machen zunächst große Angst. Doch dann stehen Mutter und Tochter vor dem großelterlichen Haus, der Schule, begegnen Freundinnen von einst, entdecken viele Spuren, verstehen allmählich, was die Kriegsjahre in Stockstadt angerichtet haben und wie viel Leid und Schrecken der Krieg auch für die alten Freunde und Bekannten gebracht hatte. Da musste sehr behutsam und in vielen kleinen Schritten aussortiert, entrümpelt und neu geschaut, gelernt und Vertauen aufgebaut werden ..."

(Halgard Kuhn)

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