Pressestimme zu "Wachsen am MEHR anderer Frauen"

Aus: Grenzgängerin, Mai 2003

"... Wenn im Titel die rede vom ‚MEHR’ anderer Frauen die Rede ist, ist damit eine der Grundüberzeugungen genannt: Von diesem MEHR können und sollen andere Frauen profitieren, dieses MEHR zu akzeptieren heißt für die Italienerinnen ein neues Verständnis von Autorität zu entwickeln, das diese nicht mehr als negativ besetzte Anhäufung von mehr Macht versteht, sondern als eine Beziehung, die geprägt ist vom Wissen und Wertschätzen der Qualitäten anderer Frauen: Die Frau, deren Autorität anerkannt wird, steht gleichzeitig in der Verantwortung für diejenigen, die von ihr zu lernen bereit sind.

Die Autorin bespricht zentrale Begriffe des Denkens der Italienerinnen (neben Autorität etwa ‚Affidamento’ und ‚Begehren’) unter verschiedenen thematischen Kategorien, denen sie ihre Vorträge bzw. Beiträge zuordnet (Behren, Arbeit am Symbolischen, Dankbarkeit, Beziehungen unter Frauen, Frauenbewegung, ‚Welt’ verändern, Hausarbeit und Nachhaltigkeit). Gerade für Menschen, die im Denken der Italienerinnen noch nicht zu Hause sind, ist es sicherlich hilfreich, dass sich so diese zentralen Begriffe immer wieder neu formuliert und durchbuchstabiert finden.

Besonders spannend waren für mich zum einen Dorothee Markerts Überlegungen zu den Beziehungen von Frauen, in denen sie zum Teil sehr kritisch Stellung zu den v.a. in den Anfängen der Frauenbewegung so hoch geschätzten und damit gleichzeitig inflationär gewordenen Begriffen von z.B. ‚Frauensolidarität’ nimmt und statt eines harmoniesuchenden bis -süchtigen Miteinanders für ein offenes, Konflikte thematisierendes Miteinander plädiert. Zum anderen reizen mich ihre Gedanken zum Übersetzen als Vermittlungsarbeit ..."

(Kerstin Schiffner)

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