Pressestimme zu "Wachsen am MEHR anderer Frauen"

Aus: Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge Bayern, Buchbesprechungen, 6/2002

"Mit diesem gut lesbaren Buch hat Dorothee Markert auf die Bitte vieler Frauen geantwortet, ihre Vorträge zu veröffentlichen. Die Gedanken der Italienerinnen des Frauenbuchladens in Mailand und der Philosophinnengruppe Diotima werden für unseren deutschen Kontext weitergeschrieben.

Hier finden sich verständliche Begriffserklärungen, z.B. zu Begehren, Arbeit am Symbolischen, weiblicher Autorität, Affidamento und nicht zuletzt dazu, was es bedeutet, das ‚Ende des Patriarchats’ zu proklamieren. Ihm steht gegenüber die ‚Symbolische Ordnung der Mutter’. Von Luisa Muraro, der wir diesen Begriff verdanken, findet sich auf den Seiten 90-109 der bisher noch nicht ins Deutsche übersetzte Artikel ‚Ein authentisches Selbstbewusstsein, das zu Lust, Freiheit und wirkungsvollem Handeln führt.’...

Dorothee Markert erklärt, was sie unter ‚Leben in Fülle’ und unter ‚Nachhaltigkeit’ versteht. Diese Definitionen sind eigen-sinnig ... Das ist die Stärke dieses Buches: In ihrer gut verständlichen Sprache zeigt sich Dorothee Markerts Erfahrung als Lehrerin ...

Im ersten Kapitel des Buches ist ihr Vortrag über das Begehren dokumentiert. Ich habe ausprobiert, wie diese Gedanken in mein Leben passen und festgestellt: sehr gut. In der Einleitung zu diesem Artikel beschreibt sie mit ihrer eigenen Geschichte die Geschichte der Frauenbewegung - wie immer in diesem Buch kritisch und gleichzeitig verständnisvoll. So stelle ich mir Solidarität vor: ich stehe zu etwas, kritisiere, was am Wachstum hindert und kann gleichzeitig weiteres Wachstum ermöglichen, indem ich in Verhandlung trete und mit anderen verwirkliche, was in diesen Verhandlungen erreicht worden ist ... Eine Bemerkung von Luisa Muraro über die ‚Unkultiviertheit’ von Frauen bringt Dorothee Markert dazu, klarzustellen, wie ohne Abbruch der Beziehungen und gleichzeitig ohne den Zwang der ‚Frauensolidarität’ konstruktive Beziehungen unter Frauen möglich werden können.

Logische Fortführung dieser Gedanken ist ihr Kapitel über Konflikte in Frauenbeziehungen. Auch hier wieder vermittelt sie - leichter verständlich durch persönliche Erfahrungen - welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um sich nicht von Konfliktvermeidungsstrategien an für alle akzeptablen Lösungen hindern zu lassen.

Weitere Kapitel sind überschrieben: ‚Arbeit am Symbolischen’ und ‚Dankbarkeit’. Auch hier wieder eine logische Folge. Denn ein System, in dem sich Frauen auf Frauen beziehen, erfordert Dankbarkeit gegenüber den Frauen, die vor uns waren und ihren Leistungen.

Dann können wir auf ihren Erfahrungen und Erkenntnissen aufbauen und müssen das Rad nicht ständig neu erfinden - eine beliebte Strategie des Patriarchats, durch die Frauen von konstruktiven Arbeiten ferngehalten werden können ...

Ich bin mit diesem Buch noch lange nicht fertig, auch wenn ich es gelesen habe. Es enthält für mich viele Anstöße, selbst weiterzudenken oder/und dies mit anderen Frauen zu tun. Für mich ist hier endlich ein Buch, das ich Frauen an die Hand geben kann, die sich neu mit dem Denken der Italienerinnen beschäftigen. Es ist in einer klaren Sprache geschrieben und macht mir Mut ‚am Mehr anderer Frauen zu wachsen’ und meine eigene Zielrichtung immer neu zu entdecken. Danke, Dorothee Markert!"

(Irene Löffler)

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