Pressestimme zu "Wachsen am MEHR anderer Frauen"

Aus: WeiberDiwan, Sommer 2002

"Mit schätzender Bezugnahme auf die Italienerinnen und ihr Denken der Geschlechterdifferenz und derjenigen zwischen Frauen, wird von Dorothee Markert ein wahres Panorama von crucial points der Frauenbewegung und ihrer Geschichte aufgeblättert. Die oft zu Recht beklagte Nicht-Identität zwischen Theorie und Praxis in feministischer Literatur ist hier nicht zu finden, weder sprachlich noch inhaltlich, was im Sinne einer Reflexion ‚der Arbeit am Symbolischen’ sich von selbst versteht - und gerade das Schwierige ist: Frauenpolitik (und -Denken) ist strikt in der Welt (am Ort, wo frau ist) uns sie ist politisch, weil sie sich auf Frauen(bezüge) bezieht, eben auch dadurch verändernd. Mitten und Gegen in einem, wenn wir bedenken, welcher wir das zur Welt gekommen sein verdanken und was wir mit dieser VorGabe anfangen. In einer klaren Diktion und mit viel Erfahrung wird Kritik geübt am Begriff ‚Frauensolidarität’, ‚dem Ende des Patriarchats’, Hausarbeit als Widerstand gegen den Kapitalismus. Es wird versucht zu ‚sagen was ist’ (Arendt), um von da aus das Vertrauen - vermittelt durch Frauen - zur Welt als konkrete Handlungsoption (voraus)setzen zu können. Das hätte u.a. zur Folge nicht mehr (stellvertretend) vom weiblichen Opferstatus auszugehen ... Oder, die Provokation anzunehmen, dass neid eigentlich eine Anerkennungskategorie sein könnte, die kein Leid, sondern Begehren motiviert. Diskussions-würdige Texte, so oder so, denn es geht um Ethik, nicht aber um Moralismen."

(Birge Krondorfer)

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