Pressestimme zu "Was sehen Sie, Frau Lot?"

Aus: innovative, November 03

"... ‚Entgratung, Kränkung, Sozialisation der Frau’ betitelt die Künstlerin Heike Pich ihre Skulptur. Statt eines Rückgrats klafft ein Abgrund. Nach innen hinein ist auch dieser Teil wie der Kopf fein und glatt modeliert. Als hätte sich das verletzte, Verletzbare nach Innen zurückgezogen, in Sicherheit gebracht. Wird es je wieder etwas von sich preisgeben? Die Entgratung erzählt viele Geschichten vom zerbrochenen Leben, das dennoch nicht aufgibt ...

Ungefähr 9000 Menschen sind durch die Ausstellung gegangen. Viele haben ihre Eindrücke im Gästebuch von St. Nikolai hinterlassen: Betroffenheit, Erinnerungen an eigene Erfahrungen von sexualisierter Gewalt, Dankbarkeit darüber, dass die Kirche einen Ort bietet für dieses Thema. Die Kirche  wurde auch als Schutzraum erlebt, in dem das sonst häufig verdrängte Thema wahrgenommen werden konnte. Die traumatischen Erfahrungen, die sexualisierte Gewalt auslösen, wurden von vielen Menschen erstmals in den Blick genommen. Der künstlerische Ausdruck der Gewalt, des Schmerzes, der geraubten Kindheit bewirkte, dass Frauen und Männer sich im Herzen berührt fühlten, dass bei einigen Empörung und Engagement wachgerufen wurde und vor allem, dass ganz verschiedene Menschen aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen und Institutionen miteinander ins Gespräche kamen - mit und ohne Worte ..."

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