Pressestimme zu "Zu zweit, wie viele Augen haben wir?"

Aus: Buchbesprechung der Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge Bayern, Mai 2001

"Ein philosophischer Aufsatz um zu sehen und zu verstehen bzw. zu erkennen, was hier Wiedererkennen bedeutet. Mich erinnert er an die Theologie der Bettine von Arnim, die sehr naturverbunden war und in der Natur das Göttliche erkannt hat. Lebendiges (wie ein Baum) öffnet mir den Blick - ein ‚Ding’ (wie ein Tisch) entzieht mir Energie, zwingt mich, etwas in einer gegebenen Form anzuerkennen. Und was sehen wir, wenn wir einen Menschen anschauen - Natur und Kultur zugleich? Menschen wachsen und werden, deshalb ist ein Kleinkind zu betrachten etwas anderes, als eine/einen Jugendliche/n anzusehen. Irigaray scheidet Frauen und Männer voneinander: ‚Sie muss nicht nur den anderen überleben lassen - was oft für das männliche Subjekt als Ethik erscheint -, sie muss ihn leben und wachsen lassen gemäß seiner Differenz, die natürlich nicht nur biologisch, sondern vor allem psychologisch ist. Das Respektieren der Differenz, insbesondere der sexuellen Differenz, entspricht nicht dem Respektieren von etwas Sichtbarem, sondern von einem Unsichtbaren, das aus dem Verhältnis zu sich selbst, zum anderen, zur Welt, die jedem Geschlecht eigen ist, hervorgeht.’

Auch hier, wie in ‚Die Zeit des Atems’, spricht Irigaray von Gastfreundschaft, die wir anderen entgegenbringen - eine Geste der Energie, mit der ich das Göttliche in anderen Menschen ehre ...

Ein Aufsatz, der für Menschen bedenkenswert ist, die mit anderen Menschen arbeiten und diesen etwas vermitteln wollen."

(Irene Löffler)

« Pressestimmen zu "Zu zweit, wie viele Augen haben wir?"

« zur Übersicht der Pressestimmen