Pressestimme zu "unverbrauchte worte"

Aus: Lesbenring-INFO, September 2005

"Genau betrachtet bekommt die Leserin bei dieser Neuerscheinung des Christel Göttert Verlages zwei Bücher in einem: Dorothee Markert, seit Jahren vertraut mit der Theoriediskussion der ItalienerInnen und insbesondere mit den DIOTIMA-Philosophinnen, hat den Text Zambonis brillant übersetzt und neben einem Vorwort zu jedem Kapitel eine Art Nachwort geschrieben. Auf diese Weise führt sie aus, wie sie das jeweilige Kapitel verstanden hat und was es in ihr persönlich auslöste. Sie versäumt es auch nicht, die Leserin auf die prinzipiell andere Struktur italienischer Texte aufmerksam hinzuweisen, die den deutschen Leserinnen eventuell Probleme bereiten könnten: Neue, ungewohnte Gedanken stehen meist am Anfang eines Abschnittes, Argumente und Erläuterungen folgen mitunter erst später.

Es sei vorweg genommen: Der Text ist nicht einfach zu lesen. Zamboni bewegt sich im schier grenzenlosen Raum der Sprachphilosophie, betrachtet diese aus dem Blickwinkel der Geschlechterdifferenz.

Worte können Initiationen auslösen, richtige Worte zur richtigen Zeit das Leben verändern. Weibliches Denken kann die Welt verändern, wenn es Symbolkraft erlangt. Welche mit den früheren Texten der Italienerinnen vertraut ist, wird Bekanntes wiederfinden und Verbindungen herstellen können.

Auch wenn ich nicht jedem Gedankengang vollständig folgen konnte bzw. wollte, gab es viel Anregendes und Nachdenkenswertes. Auch wenn ich vieles anders rezipiert habe als Markert, empfand ich die zusätzlich eingebrachte Ebene als reizvoll."

(Elke Heinicke)

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