Pressestimme zu "Käthe, meine Mutter"

Aus: Landwirtschaftliches Wochenblatt Hessen/Rheinland Pfalz vom 18.2.2005

Das Verhalten der Mutter verstehen lernen

... ‚Du bist genau wie Deine Mutter.’ Dieser Satz kann eine Frau ärgern und verunsichern.

Spannungen in der Beziehung zur Mutter bearbeiten und Wege zur Heilung von Verletzungen finden - diese Angebot machte die Bildungsstätte mit einem Wochenendseminar zum Thema "Meine Mutter". Die fachliche Leitung hatte Dr. Marianne Krüll, pensionierte Soziologin der Universität Bonn. Mit den Tochter-Mutter-Beziehungen hat die feministische Wissenschaftlerin erst in den letzten Jahren nach eigener Aussage ihr "ureigenstes Thema gefunden".

Zwölf Teilnehmerinnen zwischen 33 und 65 Jahren vertrauten sich auf der Ebernburg ihrer Leitung an. Mit Hilfe von eigenen Fotos und Bildern der Mutter stellten die Frauen ihre Tochter-Mutter-Beziehung vor. Durch Kurzvorträge, Aufzeichnen von Familienkonstellationen, Leitfragen und Trancereisen gingen sie Form und Grund ihrer Spannungen zur Mutter nach.

Viele Frauen haben an ihrer Mutter etwas auszusetzen: ‚Sie hat mich nicht geliebt’, ‚Sie hat mich mit ihrer Liebe zerdrückt’, ‚Nichts war ihr gut genug’ - die Reihe solcher Vorwürfe ließe sich fortsetzen. Das Verhältnis von Töchtern zu ihrer Mutter ist oft belastet. Manchmal scheint es, dass Töchter und Mütter einfach nicht zusammen passen.

Warum gibt es im Leben von Mutter und Tochter häufig unglückliche Parallelen? Wie lassen sich Wiederholungen unterbrechen? Wie können sich Frauen mit der Mutter  versöhnen und eine gute Balance zwischen Nähe und Distanz herstellen?

Entdeckungsreise in die Vergangenheit

Auf der Suche nach Antworten lud die Referentin zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit ein. Manche Frauen waren überrascht, dabei ihrer Mutter ganz neu begegnen zu können. Die Mütter wuchsen in der Regel mit anderen gesellschaftlichen Normen und Erwartungen auf - und mit anderen Wünschen, Träumen und Idealen. Den meisten Töchtern gelang, ein besseres Verständnis für das Verhalten der Mutter zu entwickeln und das Bild von ihrer Mutter positiv zu verändern. Die Frauen arbeiteten sich durch zwei anstrengende, aber als äußerst befriedigend empfundene Seminartage.

(Mechthild Wigger)

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