Pressestimme zu "Nicht Mangel, sondern Fülle"

Aus: efi, 2, 2005

"Begehren als göttlichen Funken wahrnehmen.

Was immer bleibt, ist die Sehnsucht nach einem guten Leben. Wie kann ich diese, in einer bestimmten Vision konkretisierte Sehnsucht umsetzen? Was hilft mir, nicht vor bestehenden Realitäten zu resignieren?

Die in der Frauenbewegung bedeutsamen italienischen Philosophinnen haben hier den Begriff ‚desiderio’ eingeführt, den eine Gruppe deutscher Denkerinnen mit ‚Begehren’ übersetzt hat. Auch diesen erklärt mir kein Lexikon, aber zum Glück gibt es eben jene deutschen Frauen, die in den unregelmäßigen Abständen erscheinenden philosophischen Fünf-Euro-Bändchen des Göttert Verlages aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln auch über das Begehren geschrieben haben.

Dorothee Markert meint zum Beispiel: ‚Was das Begehren ist, können wir nicht definieren, sein Wirken auch nicht beweisen. Doch wir können über unsere Erfahrungen mit dem Begehren sprechen und die Bilder, Worte und Geschichten, mit denen andere Menschen solche Erfahrungen gemacht haben, zu uns sprechen lassen.’ Oder sie erklärt, wie Simone Weil das Begehren mit einem Bild aus der Mystik beschreibt und von einem ‚ungeschaffenen Funken’ spricht, den Gott in den Menschen gelegt hat und der dann, wenn der einzelne Menschen bejaht, in Richtung Gottes strebt und gleichzeitig von Gott, vom ‚absoluten Guten’ angezogen wird.

Nach Dorothee Markert ist das Begehren ‚kein bestimmter Inhalt, sondern eine Richtung in unserem Leben, die uns Orientierung bietet, nach der aber gleichzeitig immer wieder von neuem in der Praxis gesucht werden muss. Es ist also wichtig, dass es in unserem Leben eine Praxis und Zeit zum Innehalten gibt, damit wir erfahren und hören können, was das Leben bzw. unser Begehren mit uns vorhat.’ ..."

« Pressestimmen zu "Nicht Mangel, sondern Fülle"

« zur Übersicht der Pressestimmen