Pressestimme zu "Selbstbestimmt und solidarisch"

Aus: Mathilde, März/April 2006

Altwerden - und das in Würde, ist ein Menschenrecht. In dem Büchlein Selbstbestimmt und solidarisch - Frauen und das Alter ... werden die Ergebnisse einer mehrjährigen Arbeitsgruppe zusammengefasst, die sich mit diesem Thema beschäftigte: "Altsein wahrnehmen und begleiten geschieht vorwiegend von Frauen. Deshalb hielt sie es zunehmend für notwendig, mit Frauenaugen nach einer Welt Ausschau zu halten, die hochbetagte Menschen würdigt."

Altwerden ist ein Thema, das in unserer Gesellschaft entweder vermieden wird oder, als reine Informationsvermittlung, ebenfalls eine Tabuisierung, wie durch die Sprachlosigkeit, erfährt. Doch genau das löst unsere Probleme nicht. Nur ein gemeinsamer Austausch führt zu angemessenen Wahrnehmung dessen, was uns alle unwiderruflich erwartet: das Alter. ...

Themen, wie zum Beispiel die kulturelle Veränderung des Altersbildes in unserer Gesellschaft, die ökonomische Sicht oder die Beziehungsebenen werden beschrieben, Berichte und Erfahrungen von alten Menschen machen die Beschreibungen lebensecht. Am meisten beeindruckt hat mich diese Aussage einer 80-Jährigen, die den deutlichen Rückgang ihrer Kräfte als einen Fortschritt des Alterns zunächst als peinlich, beschämend und demütigend empfand: "Doch dann hatte ich einen Einfall, eine Einsicht: Dies kann ich als den Beginn meines Sterbens verstehen. Ich brauche mich nicht zu schämen oder zu entschuldigen. Ich erfahre und lebe jetzt meinen letzten Lebensabschnitt. Wann ich sterbe, weiß ich nicht. Ich lebe eigentlich noch gern, meistens. Aber ich möchte zugleich gern sterben. Das scheint widersprüchlich. Aber der Sterbeprozess hat begonnen, ich bin vergänglich wie alles Leben." (gabi)

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