Pressestimme zu "Käthe, meine Mutter"

Aus: Neue Westfälische vom 2./3. Juli 2005

"‚Nur die Versöhnung mit den Müttern kann die tragende Basis für Solidarität unter Frauen liefern’, glaubt Dr. Marianne Krüll ... Mütter und Töchter - eine spannende und oftmals spannungsgeladene Beziehung, manchmal ein Leben lang. Marianne Krüll hat sich des immer aktuellen Themas angenommen, nicht zuletzt um das eigene schwierige Mutter-Tochter-Verhältnis aufzuarbeiten. In ihrem bewerkenswert offenen Buch geht die 69-Jährige in Form eines Zwiegesprächs der Frage nach: ‚Wer war meine Mutter?’

Die Zuhörerinnen und Zuhörer im Gemeindehaus ließ die Frau mit dem beeindruckenden Lebenslauf mit ausgesuchten Passagen an den eigenen Konflikten teilhaben, an der heftigen Mutter-Schelte, an den Schuldgefühlen, die sich nach dem frühen Tod der Mutter ohne vorherige Aussöhnung auftaten. Viele mögen im Geiste in alten Fotoalben geblättert und die ganz persönlichen Mutter-Tochter-Kontroversen darin erkannt haben ...

Krüll hat die Orte ihrer Vorfahrinnen besucht, sie hat Zusammenhänge recherchiert, bunte Zeitbilder entstehen lassen, hat Alltagsleben und Hoffnungen der Frauen unter dem Aspekt der Mütter-Töchter-Beziehungen untersucht.

‚Alles, was in meinem Leben schief gelaufen war, meinte ich dir ankreiden zu müssen’, schreibt Krüll über die eigene Mutter ... Erst viel später habe sie erkannt, so Krüll, wie sehr ihr Konflikt dem typischen Muster in patriarchalen Gesellschaften entsprach, wie sie sich eingereiht hatte in die ‚Mutter-Schelte’, mit der man den Müttern alle Schuld an den Missständen in der Familie zuschreibt.

Auch heute noch, betonte die Autorin in der anschließenden Diskussionsrunde, sei es ‚ein gesellschaftliches Phänomen, dass die Schelte nie den Männern gilt’ ..."

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