Pressestimme zu "Die Frau ist Mit-Schöpferin"

Aus: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung, Nr. 41, 2006

Hebammen und die Männerkirche
Ein neues Buch von Hanna Strack kommt gewohnt streitbar daher

"Wer je die Geburt eines Kindes miterlebt hat, erinnert sich dieses elementaren Geschehens als einer mit einem Wechselbad von Gefühlen verbundenen Erfahrung: Angst, Schmerz, zitternde Ohnmacht, daneben eigene Anstrengung, Freude, Staunen, Ergriffenheit, Dankbarkeit. Ein Großteil der Zeitgenossen erlebt die Geburt eines Kindes als ’Wunder’, und zwar unabhängig von medizinischer Bildung oder Kirchenzugehörigkeit. Im Geburtsvorgang wird – falls Apparatemedizin dies nicht überdeckt – die Berührung mit dem Geheimnis des Lebens, dem Heiligen, gespürt.

Die Tatsache, dass die Geburt eines Menschen die religiöse Dimension des Lebens besonders stark empfinden lässt, steht nach Hanna Strack in Kontrast zur Häufigkeit, Inhalt und Zielen der theologischen Reflexionen, die man bisher diesem zentralen Thema widmete. Ihr Buch 'Die Frau ist Mit-Schöpferin. Eine Theologie der Geburt' setzt neue Akzente. Ziel ist, eine dem Schöpfungsereignis 'Geburt' angemessene Geburtskultur zu fördern. Dreifach setzt Strack an: (a) Der Blick zurück soll die Ursachen der kritikwürdigen heutigen Geburtskultur verstehen lassen. (b) Der Blick auf Geburtserfahrungen heutiger Menschen soll theologisch reflektiert, zu einer frauengerechten Theologie der Geburt führen. (c) Durch Angebote liturgischer Texte zu Schwangerschaft/Geburt sollen Lücken bisheriger Agenden geschlossen werden. Hanna Strack entfaltet zu (a) ein breites Spektrum von Themen zu religionsgeschichtlichen, historischen, theologischen, philosophischen aber auch medizinischen und soziologischen Aspekten. Unter der Überschrift 'Perspektivenwechsel' setzt sie der patriarchalen Fixierung auf den Tod als Zentralthema die Geburt als Wunder des Neubeginns entgegen, plädiert für eine Revision des Evabildes wie der medikalisierten Geburt. Sie skizziert das spannungsvolle Wechselverhältnis von Kirche und Hebammen in der Geschichte ...

Hanna Strack belegt ihre z.T. durchaus provozierenden Thesen gründlich am Quellenmaterial. (b) Interviews mit Hebammen bilden die Erfahrungsbasis, von der her Hanna Strack eine Theologie der Geburt entwirft, die bei der Begegnung mit dem Heiligen ansetzt und die Frau als Mitschöpferin herausstellt. Im Anhang (c) finden sich Texte zu liturgischen Handlungen in unterschiedlichen Lebenssituationen (Geburt, auch Fehl-/Todgeburt, Schwangerschaftsunterbrechung, Segnung von Hebammendienst usw.).

Hanna Strack ist ein gut lesbares, informatives Buch gelungen, das sehr zum Nachdenken anregt.

Dass die Verfasserin dieses spannende Werk kurz vor ihrem 70. Geburtstag herausgibt, zeigt, dass sie selbst in die Thematik Schwangerschaft, Niederkunft usw. noch existentiell involviert ist: Der Jubilarin sei herzlich zu diesem Kind gratuliert!" (Anna-Maria Szagun)

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