Pressestimme zu "Die Frau ist Mit-Schöpferin"

Aus: Hebammenforum, Dez. 2006

"Ein reiches, dichtes, für uns Hebammen sensationelles Buch! Eine umfassende Würdigung von Hebammen und gebärenden Frauen zu Beginn des dritten Jahrtausends. Das erste theologische Werk über die Geburt in deutscher Sprache.

Gleich zu Beginn ihres Buches schafft die feministische Theologin Hanna Strack die Rahmenbedingungen für den Entwurf einer Theologie der Geburt. In Anlehnung an die Philosophin Hannah Arendt, wendet sie im ersten Schritt den Blick von er Sterblichkeit des Menschen hin zum Geborensein, statt der Mortalität wird die Natalität zur Grundkategorie menschlichen Lebens.

Der zweite Perspektivenwechsel betrifft das Frauenbild in der Bibel, das sich vom Eva-Mythos der schwachen und sündigen Frau hin zur Mutter alles Lebendigen weitet. Im dritten Schritt schließlich wird der Blick von der medikalisierten Geburtsmedizin hin zur Geburtshilfe gerichtet und damit die Möglichkeit geschaffen, die Geburt phänomenologisch zu erfassen. Eine erste Voraussetzung, um den Blick frei zu geben auf den schöpferischen Prozess des Gebärens in der Beziehungsarbeit zwischen Hebamme und Gebärender.

Im nächsten Teil stehen die Geschichte des Hebammenberufes und die Beziehung von Kirche und Hebamme im Mittelpunkt. Dabei geht es um eine breite Palette von Aspekten: die Hebamme als Priesterin, als Amtsperson, der Wandel des Berufes bis hin zu den Vätern bei der Geburt und dem damit verbundenen neuen Geschlechtsverhältnis.

Die theologische Bedeutung des Hebammenberufes in der Geschichte schließt sich an. In diesem Kapitel finden religiöses Brauchtum in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und die Nottaufe ihren Platz – immer mit dem Bezug zur aktuellen Situation.

Es folgt die Theologie der Gebets- und Liedliteratur der frühen Neuzeit. Gottesbild und Körperkonzept werden hier thematisiert.

Bevor sie zu einem Höhepunkt des Buches kommt, der Begegnung mit dem Heiligen, arbeitet die Autorin in einem kleinen Kapitel die Wurzeln der abendländischen Theologie heraus, die Männerdominiertheit einerseits und die Frauentraditionen und Frauenspiritualität andererseits, die immer da waren. Das Kapitel mündet in der Beschreibung der Interviews mit Hebammen, ohne die dieses Buch nicht entstanden wäre.

Im Mittelpunkt des nächsten Kapitels stehen die Erfahrungen der interviewten Hebammen, die als Begegnung mit dem Heiligen interpretiert werden. Ein starker Abschnitt!

Nach der Auswertung der Interviews folgt der eigentliche Höhepunkt: der Entwurf einer Theologie der Geburt, ihre Konsequenzen, die Würdigung der Frau als Mit-Schöpferin – stark, berührend, ein theologischer Meilenstein, hinter den man/frau nicht mehr zurück kann.

Schluss und Ausblick für Theologie und Kirche, Anmerkungen, Literaturverzeichnis (sehr reichhaltig). Im Anhang befinden sich viele Segens-Liturgien und meditative Texte, die für uns Hebammen gut zu verwenden sind, und die Texte der Interviews.

Dieses Buch ist meines Erachtens ein Muss für jede von uns! Die Frau als Mitschöpferin ist gefährdet, heute mehr denn je, durch Medizintechnik, Pharmaindustrie, Schulmediziner, ihre Interventionsfreudigkeit und unsere ungeduldige Gesellschaft. Es ist deshalb notwendig, dass viele das Buch lesen und dass wir uns bewusst bleiben, was wir als Hebammen sein dürfen!" (Magdalene Weiß)

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