Pressestimme zu "Weisheit des Gartens"

Aus: Schlangenbrut, Mai 2008

Schon über das Titelbild  erschließen sich der Leserin unterschiedliche Erfahrungs- und Erlebnisebenen von Garten, in die der liebevoll gestaltete Bildband einführen möchte:

Zarte Blütenträume, dampfende Kochtöpfe auf dem Herd, frisch geernteter Rhabarber und ein Blick in den saftigen Gemüsegarten. Hier geht es nicht nur um eine sinnliche Betrachtung von Garten als romantische arbeitsfreie Rückzugsnische mit Liegestuhl und auch nicht um einen weiteren ehrgeizigen Ratgeber, die den Buchmarkt zurzeit überschwemmen.

Bärbel M. Peschls Buch ist eine persönliche Einladung, der im Lauf des Jahreskreises spürbaren Weisheit des Gartens in Wort und Bild auf die Spur zu kommen. Säen, pflegen, ernten, essen, genießen, verschenken, teilen, versorgen, vorbereiten, abwarten, ruhen, atmen, leben … der Garten hat seinen eigenen Rhythmus und welche sich darauf einlässt, hat Anteil an der Feier des Alltäglichen. Ruhe und Gelassenheit breiten sich aus im Vertrauen auf die Wiederkehr im Jahreskreislauf. Gehimmelt und geerdet, rundum versorgt kann sich die fühlen, die mit ihrem Garten lebt.

Philosophische Augenblicksbeschreibungen, stimmungsvolle Amateurphotos der Autorin, einfühlsame Gedichte und Texte, zusammengestellte Monatsmenüs, Säfte, alkoholische Getränke, Tees, Marmeladen, Blütensträuße und Kräutergestecke vermitteln die "Überfülle", die das Leben mit dem Garten zu schenken bereit ist.

Der Autorin, Tanztherapeutin und Trainerin für Körpersprache ist es gelungen, die politische Dimension des Gartenlebens im Aufeinander-Bezogensein und im Angewiesensein schmackhaft zu machen. Ich danke ihr für die sensiblen und intimen Einblicke in ihr Gartenerleben als spirituelle Lebenshaltung. Ihrem Buch wünsche ich viele LeserInnen, die sich von der "Weisheit des Gartens" anstecken lassen, auch wenn sie keinen eigenen Garten haben. (Kristin Flach-Köhler)

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