Pressestimme zu "Als alle Menschen Schwestern waren, Bd. 2"

Aus: WeiberDiwan, Herbst/Winter 07

Der zweite Band von "Als alle Menschen Schwestern waren" bietet uns eine Art Kulturgeschichte über Weiblichkeit und Frauenleben in matriarchalen Lebenszusammenhängen – wie es sich als Frau leben lässt in einer Kultur, die keine sexuelle Gewalt bzw. Gewalt an sich kennt, in einer Kultur, die noch niemals Krieg geführt hat, in einer Kultur, in der Frauen im Zentrum stehen und den Mittelpunkt des Lebens darstellen. Solche Völker gibt es immer noch, wenn auch viele davon bereits am Übergang zum Patriarchat stehen. In Europa gibt es zwar kein Volk mehr, das explizit matriarchal lebt, dennoch findet frau in der Volkskunde und europäischen Ethnologie haufenweise Bräuche, Rituale, Feste und Lieder, die darauf hinweisen, dass das Alte Europa ebenfalls matriarchal war.

Wie schon im ersten Band versprochen, folgt hier im zweiten Band eine Vorstellung von matriarchal lebenden Völkern, die es auch heute noch gibt: die Mosuo, die Khasi, die Minangkabau, die Warao z.B. kannte ich schon, aber von anderen wie z.B. den Luapula oder Adivasi habe ich hier zum ersten Mal gelesen. Besonders spannend finde ich die Toda (über diese gibt es auch einen Film – den einzigen übrigens, den die Toda-Frauen autorisiert haben). Die Frage, wie es diese Völker geschafft haben, bis heute dem Patriarchalisierungsprozess zu widerstehen, bleibt offen und regt zum Nachdenken und Weiterforschen an! (Irmgard Neubauer)

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