Pressestimme zu "Mein Kabul - mein Deutschland"

Aus: AEP Informationen, Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft, 4/2008

Mári Saeed wurde 1966 in Kabul/Afghanistan geboren, lebte in privilegiert in einer liberal gesinnten Familie, konnte gute Schulen besuchen, im Ausland studieren und selbst ihren Ehemann auswählen. Aber nach der Heirat und durch die neue Herrschaft der Mudschaheddin erfährt sie Gewalt und Unterdrückung und flieht nach Deutschland. Dort baut sie sich und ihren Kindern ein neues Leben auf, erlebt all die Schwierigkeiten, denen Frauen in ihren Asylbegehren ausgesetzt sind, und setzt sich mutig und engagiert für Frauenrechte in ihrem Land ein – gegen patriarchale Gewalt, gegen Zwangsheiraten, gegen Ehrenmorde. Sie bietet muslimischen Frauen Beratung im Umgang mit häuslichen, religiösen und kulturellen Problemen an, hält Vorträge und arbeitet aktiv in dem Menschenrechtsverein "Terre des Femmes". In ihrer Autobiografie schildert sie eindrücklich nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch die wechselvolle Geschichte Afghanistans. Leider hat sich in Afghanistan wenig für Frauen geändert, auch wenn das Taliban-Regime heute offiziell beendet ist und in der Verfassung die gleichen Rechte für Frauen niedergeschrieben sind. Noch immer sind, wie "Terre des Femmes" berichten muss, viele Frauen und Mädchen in erschreckendem Ausmaß häuslicher Gewalt oder Zwangsheiratung ausgesetzt. Sie werden Opfer von "Ehrenmorden" oder erzwungenen Selbstmorden. Gewalt gegen Frauen gilt als "normal", ein Frauenleben ist nicht viel wert. Frauen werden von Vätern oder Ehemännern im Haus gehalten, am Ausüben ihrer Rechte gehindert, von jeglicher Ausbildung ferngehalten. Christa Stolle, Geschäftsführerin von "Terre des Femmes", würdigt in ihrem Nachwort die Autorin als eine Frau, die sich vom passiven Opferstatus zu einer aktiven Menschenrechtsstreiterin entwickelt, die sich tatkräftig gegen Entmündigung und brutale Menschenrechtsverletzungen wehrt. (Monika Jarosch)

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