Pressestimme zu "Mein Kabul - mein Deutschland"

Aus: Frauensolidarität, 4/2008

Mári Saeed erzählt ihre eigene Geschichte und die ihrer Heimat Afghanistans. Die Autorin wird als Tochter einer gut situierten, liberalen Kabuler Familie geboren und genießt eine unbeschwerte Jugend. Ihre guten Schulleistungen ermöglichen ihr ein Studium in Russland, wo sie ein eigenständiges und emanzipiertes Leben führen kann. Nach ihrer Rückkehr nach Kabul heiratet sie. Mári Saeeds Ehemann entpuppt sich nach kurzer Zeit als psychisch kranker Mann aus einer sehr traditionellen, dem paschtunischen Ehrenkodex verschriebenen Familie. Mári muss sich nun den Ehrvorstellungen und der Gewalt ihres Ehemanns unterordnen und damit beginnt ihr Leiden. Fast zeitgleich übernehmen die Mudjahedin in Kabul die Macht und beenden die Gleichberechtigung der Frau, die zumindest im öffentlichen Bereich unter den Russen eingeführt wurde. Schon bald werden die Gotteskrieger auf Mári Saeed aufmerksam und verfolgen sie als angebliche Kommunistin. Da sie nun um ihr Leben fürchten muss, verlässt Mári Saeed ihre Heimat und flieht nach Deutschland. Doch auch wenn sie so der politischen Verfolgung entgehen kann, endet ihr Leid keineswegs. Denn in Süddeutschland trifft sie ihren Mann wieder. Saeed schafft mit ihrem Buch unbemerkt ein intuitives Verständnis für die Situation und Probleme der afghanischen Frauen. Dies macht dieses Buch auch für langjährige Afghanistan-KennerInnen absolut lesenswert. (Julia Barde)

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