Pressestimme zu "Die gute Mär"

Aus: www.muetterblitz.de, Februar 2009

Märchen-Revolution

 

Das gerade neu erschienene Buch von Dagmar Margotsdotter-Fricke, dessen Umschlag ein Motiv aus dem Märchen "Die Froschkönigin" schmückt, ist wie alle Bücher der Autorin eine gelungene Überraschung. Jeder weiß, was ein Märchen ist. Fast jeder kennt ein Märchen. Aber was hat es damit wirklich auf sich? Wer weiß noch um den tieferen Sinn eine Märe?

Frauen und Mädchen finden sich in den Märchen, so wie sie uns bisher erzählt und gedeutet wurden, nicht mehr wieder. Die Vorstellung von einer auf "die Tochter eines Königs" reduzierte junge Frau, die zu guter Letzt an einen kampfeslustigen Prinzen vergeben wird, reißt Mütter und Töchter nicht mehr vom Hocker.

Wie wunderbar also, dass sich Dagmar Margotsdotter-Fricke so akribisch auf die Spurensuche gemacht hat. Ihr Buch ist eine wahre Goldgrube, um vergessenes, verschüttetes, verdrehtes oder verfälscht wiedergegebenes Wissen wieder auszugraben, richtig zu stellen und gerade zu rücken. Es gibt uns die Mutterkunde im Märchen zurück.

Echte Märe sind Geschichten aus matriarchaler Zeit. Sie entstanden aus einer allumfassenden Spiritualität, die alles achtet, was ist und nicht ist – das Leben und den Tod. Dagmar Margotsdotter-Fricke deutet die Königin, den König, die Prinzessin, den Prinzen, Mutter und Tochter, Schwester und Bruder, Burgen, Türme, Höhlen, Zaubermittel und viele andere Elemente der Märe aus diesem Blickwinkel und öffnet uns die Augen für "die gute Mär".

Denn Märchen zeugen von großer Liebe und irdischen Glück, die uns zuteil werden, wenn wir uns mit all unseren Lebenskräften in diese Ordnung fügen und Welt und Zeit mit Dankbarkeit, Demut und Freude durchschreiten. Sie sprechen aber auch vom Unglück, das wir Menschen erfahren, wenn wir dieser zutiefst mütterlichen Ordnung zuwiderhandeln. Dies lernt Aschenputtel durch ihre Mutter im Haselstrauch, Gretel bei der Hexe, Goldmarie bei Frau Holle, Rotkäppchen bei Großmutter Wolf.

 

Weise und stärkende Märchendeutungen zum Neu-Erzählen.

(UF)                                                                                                                                        

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