Pressestimme zu "Seiltanz"

Aus: Lexplosiv, Febr.-April 2010

Der Untertitel des Buches von Felicianna Rosenbusch und Kaie Haas sagt eigentlich schon, um was es hier geht: Wie lässt es sich mit einer Krebsdiagnose leben, wenn frau sich nicht auf medizinische Art und Weise behandeln lassen möchte, sondern in der Natur nach Heilung sucht.

Felicianna und Kaie sind schon lange ein Paar, als bei Felicianna Brustkrebs diagnostiziert wird. Ihr ist von Anfang an klar, dass sie den Knoten in ihrer Brust nicht operieren lassen will und auch keine Chemotherapie möchte. Stattdessen möchte sie den Knoten von innen auf natürliche Art und Weise lösen, damit leben oder in letzter Konsequenz vielleicht auch sterben. Die Odyssee nach einer behandelnden Ärztin beginnt, denn alle weigern sich, ihr beizustehen, wenn sie sich nicht operieren lässt.

Das Buch ist wie eine Art Tagebuch abwechselnd von beiden Frauen geschrieben, sehr gut kann man die Ängste, Erwartungen, Hoffnungen und Enttäuschungen in Bezug auf die Krankheit, sowie die Höhen und Tiefen in der Beziehung von Felicianna und ihrer Partnerin Kaie nachvollziehen.

Auch wenn Felicianna das Glück hat, als frühpensionierte Lehrerin finanziell unabhängig zu sein und als Privatpatientin alternative Heilmethoden zu einem großen Teil bezahlt bekommt, kommt für die "Durchschnittslesbe" in unserem Zwei-Klassen-Gesundheitssystem der teure naturheilkundliche Weg schon aus finanziellen Gründen wohl eher nicht in Frage.

Trotzdem ein sehr spannend zu lesendes, anregendes, wenn auch trauriges Buch, denn Felicianna kann den Kampf gegen den Krebs am Ende doch nicht gewinnen. (aka)

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