Pressestimme zu "Über die Liebe zum Gras an der Autobahn"

Aus: aep informationen, 3/2010

Die engagierte und kämpferische Professorin für Frauenforschung und Politikwissenschaft der Universität Innsbruck stellt in diesem Buch Splitter und Fragen bis zu durchargumentierten Positionen ihres Denkens und Arbeitens des letzten Jahrzehnts vor. Es gibt ein Den-Gefühlen-Nachdenken, es gibt Gefühle des Entsetzens, der Trauer, des Schmerzes, der Freude – und eben der Liebe. Es gibt Empörung und Ironie, Wut und Klarheit, ein Tasten und eine Begeisterung, eine Angst und ein Zupacken. Das ist – wie sie selbst sagt – ihre polemische Tradition. In ihr drückt sich aus, dass Gefühlen nachgegangen werden muss, dass sich das Denken am Fühlen entzündet, dass zuerst gefühlt und daraufhin dann "gedacht" wird, dass die Leidenschaft für das Leben auch der rote Faden ihres Schreibens ist. Sie schreibt über Wissenschaft und Alternativen zu dieser Wissenschaft. Es folgt ein Kapitel über das Patriarchat und sein wahrhaft katastrophales Verhältnis zur Natur, an dem wir mitsamt dem ganzen Planeten zugrunde zu gehen drohen. Weiter geht es um die "Globalisierung" und ihren Krieg als Ausdruck unserer Zivilisation als "Kriegssystem". Dem folgt ein Kapitel über die Frauenbewegung und den Streit, also die unsägliche, ja antagonistische Spaltung, die – wie sie selbst meint – ihr Leben lang schmerzlich begleitet. Die Frauen müssen sich entscheiden, ob sie im Patriarchat verbleiben oder es verlassen und sich mit der Alternative identifizieren wollen. Ein Schlusskapitel berichtet über spirituelle Erfahrungen, über eine am Leben und an der Erde orientierte, dem Wesen nach matriarchale "Spiritualität", wie sie nach der Autorin zu einer neuen, ganz anderen und von uns aufzubauenden post-patriarchalen Zivilisation gehört. "Die Liebe zum Gras an der Autobahn ist die wichtigsten Kraft, die uns zur Verfügung steht", sagt Claudia von Werlhof, "sie lehrt uns die Verbundenheit von Grashalm und Kosmos und ermöglicht den Ausstieg aus dem Teufelskreis der Gewalt." Es ist ein echtes "Werlhof-Buch". Es gibt viele kritische Stimmen, die sich auf ihr Denken und Fühlen nicht einlassen wollen – der oder die das Wagnis aber auf sich nehmen will, findet die leidenschaftliche Zusammenschau einer Fühlenden, Denkenden und Handelnden. (Monika Jarosch)

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