Pressestimme zu "Die Ordnung der Mutter - Wege aus dem Patriarchat"

Aus: Mathilde, Sept./Okt. 2010

Zum MutterGipfel waren circa 500 Frauen sowie einige Männer und Kinder in das schöne, zentral gelegene Konzerthaus in Karlsruhe gekommen. Diese internationale Tagung fand vom 23. bis 25. Mai 2008 statt und war ein großer Erfolg. Eingeladen hatte Siegrun Laurent, die Leiterin der feministischen Akademie Alma Mater zusammen mit dem Verein MatriaVal e.V.

In der von Uschi Madeisky herausgegebenen Dokumentation kommt die große Vielfalt der angebotenen Vorträge und des abwechslungsreichen Programms zum Ausdruck. Vor allem die universelle Bedeutung der Mutter und des Mütterlichen wurde in diesen drei Tagen von ReferentInnen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und ethnischen Kulturen zum Thema gemacht. Es ging dabei um eine andere Gesellschaftsordnung als die des kapitalistischen Patriarchats und um ein Umdenken, das eine Veränderung unserer in vielen Bereichen destruktiven Strukturen bewirken würde.

Die Autorin Dr. Christa Mulack führte aus, in welch horrendem Ausmaß Mütter in unserem System für dumm verkauft werden. An Stelle der am Kommen verhinderten Professorin Claudia von Werlhof prangerte die Familienforscherin Dr. Irene Mariam Tazi-Preve aus Österreich die Situation der Mütter an, deren produktive Familienarbeit nach wie vor in keiner Weise honoriert wird und im offiziellen Bruttosozialprodukt unberücksichtigt bleibt. Die Matriarchatsforscherin Dr. Heide Göttner-Abendroth stellte den Begriff "Rabenmutter" an den Anfang ihres differenzierten Vortrags über Mutterschaft und Mütterlichkeit. Unter zahlreichen weiteren RednerInnen sprach die Historikerin Dr. Annette Kuhn über die Fähigkeit der Frauen, auch unter widrigen Umständen über Jahrhunderte eine matriarchale Kultur zu bewahren, ohne die das Zusammenleben der Menschen auch nicht möglich gewesen wäre. VertreterInnen aus matriarchalen Gesellschaften aus Mexiko, Nordafrika, China berichteten über mutterzentrierte Sozialordnungen, die ein von unserem System völlig verschiedenes gemeinschaftliches Leben möglich machen. Es fehlten auch nicht praxisorientierte Vorschläge, wie der von der Autorin Dr. Kirsten Armbruster über die Einrichtung eines Weltmütterfonds. Ein von vielen Frauen ausgearbeitetes, im Buch abgedrucktes Müttermanifest, aus dem eine junge Sängerin ein wunderbares Lied gestaltete, bildete den feierlichen Abschluss der Tagung. (B.O.)

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