Pressestimme zu "Die Zeit des Atems"

Aus: Buchbesprechung der Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge Bayern, 5/2001

"... Treue zum Atem ist für Irigaray Treue zum Göttlichen und für die Frau bedeutet ‚ihre Erbsünde ... nicht treu ihrer eigenen Atmung, gegenüber sich selbst zu bleiben’. Leben bedeutet Wachsen in diesem Göttlichen, braucht aber gleichzeitig, dass die Frau als Frau geachtet wird. Dies kann sie nur in Abhängigkeit von der Natur und von anderen Menschen. So soll nach Irigaray die Frau nie ihren Körper verlassen, sondern die Welt verändern, indem sie sich ihrer Göttlichkeit bewusst ist - und das betrifft den Körper, den Kosmos und die Beziehungen zu anderen. Spiritualität wird hier beschrieben als immer neuer Rückgang zu sich selbst, zur eigenen Atmung.

An einer rein männlichen Trinität kritisiert Irigaray, dass der Geist in einer Welt des Männlichen eingeschlossen bleibt, der keinen Raum für eine Spiritualität hat, die Frauen entspricht. Sie sieht die Welt im dritten Zeitalter, im Zeitalter des Geistes. Dazu braucht es für sie die Anerkennung unserer Verschiedenheit, als Menschen und als Frauen und Männern. Für Irigaray ist die Zeit der Vollendung des Göttlichen im Menschen gekommen: die Zeit der Inkarnation. Sie redet von Gott und scheut sich doch, das Göttliche festzulegen.

Mit diesem Artikel regt die Philosophin an, uns in verschiedenen Richtungen mit dem Weiblichen in Gott auseinander zu setzen und fordert zum eigenen Glaubendbekenntnis auf."

(Irene Löffler)

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