Pressestimme zu "Wo wilde Weiber wohnen"

Aus: Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte, November 2010

Wilde Weiber im Odenwald
Der von Barbara Linnenbrügger herausgegebene Band "Wo wilde Weiber wohnen" mit "Geschichten von und über Frauen rund um den Odenwald" ist die Dokumentation der Aneignung von regionaler Frauengeschichte durch eine Frauengruppe. Es präsentiert die Ergebnisse von vier thematischen Geschichtswerkstätten, bei denen Frauen unter geschichtswissenschaftlicher und kreativer Anleitung zu Frauenleben im Odenwald recherchierten und aus ihren Erkenntnissen "Gedichte, szenische Dialoge, Befragungen von Zeitzeuginnen, fiktionale Gestaltungen, historisch Dokumentiertes oder Erinnerungsepisoden (entwickelten), die (...) aufgeführt und vorgetragen wurden." (S. 15) Dabei lernt die Leserin viele aus der Odenwälder Frauengeschichte kennen: Lebkuchenbäckerinnen, Zigarrendreherinnen, Adlige Frauen, Ella, die Putzfrau im "Lieschen", der von 1887-1964 verkehrenden Odenwaldbahn und viele andere. Das Buch kann und will keine wissenschaftliche Publikation sein. Es zeigt vielmehr die sehr subjektive Aneignung von Geschichte und bietet damit Anreize zu dieser Herangehensweise. "Schön wäre es, wenn (die Dokumentation) überall Frauen inspirieren würde, sich selbst auf die Spurensuche nach der verborgenen Frauengeschichte zu machen", schreibt die Herausgeberin. Mit diesem schön gestalteten und interessanten Buch könnte ihr das durchaus gelingen.
(Cornelia Wenzel)

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