Pressestimme zu ""Wir dachten alles neu""

Aus: AEP Informationen. Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, 4/2010

Die Publizistin und Feministin Erika Wisselinck ist in Österreich wohl eher unbekannt. Aber wer jemals ein Buch von Mary Daly in der Hand gehabt hat, etwa "Gyn/Ökologie" oder "Reine Lust", der findet sie als Übersetzerin dieser radikalfeministischen Autorin vermerkt. Eine nicht leichte Aufgabe, die sie sich gestellt hatte und die sie kongenial erfüllte, war und ist doch die Sprache von Mary Daly von Neuschöpfungen und -formulierungen durchsetzt, da sie die "phallische Sprache" ablehnte, Aber Wisselinck war nicht nur Übersetzerin sondern Journalistin, Publizistin und auch eigenständige Autorin mit mehreren Büchern wie "Frauen denken anders. Zur feministischen Diskussion", "HEXEN – Warum wir so wenig von ihrer Geschichte wissen und was davon auch noch falsch ist" oder "Anna im Goldenen Tor", Gegenlegende über die Mutter der Maria (alle auch im Göttert-Verlag erschienen). Im Jahr 2001 ist sie gestorben und Gabriele Meixner hat ihre Lebensgeschichte und die Zeit, in der sie lebte, unter dem Titel "Wir dachten alles neu" lebendig, fundiert und liebevoll zusammengefasst. Wisselinck hat die Frauenbewegung in Deutschland in vielfältiger Weise mitgestaltet. Sie entwickelte sich zur konsequent radikalfeministischen Denkerin, geprägt vom Denken Mary Dalys, von feministischer Spiritualität. Der Autorin ist es gelungen den Weg von Erika Wisselinck einfühlsam, differenziert – nicht unkritisch – mit vielen Zeitbezügen zu den politischen und gesellschaftlichen Ereignissen nachzuzeichnen. Erika Wisselinck, eine Frau, eine Feministin, die sich die Welt ungeachtet patriarchaler Festlegungen "neu erdachte". (Monika Jarosch)

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