Pressestimme zu "Die Frau ist Mit-Schöpferin"

Aus: Paulinus, Wochenzeitung im Bistum Trier, 19./26. Dezember 2010

Die Geburt eines Kindes: ein spirituelles Ereignis

Weihnachten erinnert daran, dass am Anfang des Christentums eine Geburt steht: die Geburt Jesu. Das Ereignis des Geboren-Werdens und die Erfahrungen von Frauen stärker in das Blickfeld von Theologie zu rücken, dafür plädiert die evangelische Pastorin und Autorin Hanna Strack. Sie entwickelt eine "Theologie der Geburt".

Den Blick stärker auf das Geboren-Sein lenken, weniger die Sterblichkeit in den Vordergrund stellen, das Eva-Bild der schwachen, sündigen Frau aufgeben zugunsten eines Eva-Bildes der Mutter alles Lebendigen und die Geburtshilfe in Abgrenzung zur medikalisierten Geburt stärken – das sind, grob zusammengefasst, die Hauptanliegen der Pastorin und Autorin Hanna Strack. Sie interpretiert die Geburt als Begegnung mit dem Heiligen, als Erfahrung des Göttlichen, als spirituelles Ereignis und philosophische Erkenntnisquelle.
"Ja", bestätigt Nicole Stockschlaeger, Dekanatsreferentin im Dekanat Maifeld-Untermosel und gerade in Elternzeit, "die Erfahrung einer Geburt ist eine außerordentliche Grenzerfahrung. Das Wunder der Menschwerdung wird dabei greifbar. Als Gebärende kann ich das Wunder selbst erleben …
Den Frauen geht es nicht darum, die Geburt und Erfahrungen, die diese biete, zu verklären – wissen sie doch auch genau um die Schmerzen und oft auch schwierigen Geburtsumständen … Doch die Erfahrungen mit und rund um die Geburt anderen mitzuteilen und auch in die Theologie einfließen zu lassen, das biete große Chancen …

Der Neuanfang und die Geburt, die Jesu Geburt an Weihnachten mit sich bringt, sei mit jeder Geburt neu gegeben, meint Hanna Strack. Jede Mutter wiederhole mit jeder Geburt das Urmysterium der Schöpfung. Insofern könne die Frau "Mit-Schöpferin" genannt werden, wenn Schöpfung nicht als einmaliger Akt, sondern immerwährende Neuschöpfung verstanden wird. Gott habe seinen Sohn durch eine Frau auf die Welt kommen lassen, das gebe der Frau und dem Geburtsgeschehen eine ganz eigene Würde … Neben der Würdigung der Frau und des Geburtsgeschehens sei auch eine Würdigung der Hebamme an der Zeit, meint Hanna Strack in ihrem Buch … Das Buch bietet neben Hebammen-Interviews und theologischen Überlegungen eine Fülle an Material, um das Thema "Geburt" in liturgischer Form aufzugreifen.
(Eva-Maria Werner)

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