Pressestimme zu "Grüner Himmel über schwarzen Tulpen"

Aus: amazon, 8.9.2011

Mit dem kritischen Blick der Liebe

Barbara Naziris Buch ist ein sehr persönliches und auch ein poetisches Buch; kein Roman und auch kein zusammenhängender Bericht journalistischer Art, nicht linear, sondern episodenhaft: Erinnerungen, Erlebnisse, Beobachtungen und Erfahrungen bei Reisen in den Iran in verschiedenen Jahren von 1986 bis 2010. Zusammengehalten wird das alles durch den Blick der Autorin, ihre Gefühle, ihre eigenen Entwicklungen und Ereignisse in ihrem Leben. Das Buch berichtet von ihrer Liebe zum Iran, ihre "orientalische Heimat", ihr zweites Ich; es berichtet vom Land und seinen kulturellen Wurzeln und Entwicklungen, von den politischen Entwicklungen und Deformationen seit der Schah-Zeit, von den Menschen, ihrer Vielfalt, ihren vielfach enttäuschten Hoffnungen und ihrem Überlebenswillen und immer wieder von den Frauen, die in besonderer Weise den entwürdigenden Strukturen der islamistischen Machtansprüche ihre selbstbewusste Würde als Widerstand entgegensetzen. Der Blick von Frau Naziri beschönigt nichts, vieles von dem, was sie berichtet, ist erschütternd, dabei ist ihr kritischer Blick aber immer von der Liebe zum Land und zu seinen Menschen geprägt. Frau Naziri erzählt in einer ruhig fließenden Sprache, die ihre Erlebnisse, Beobachtungen und Eindrücke zu starken Bildern werden lässt; durch in das Erzählen eingebundene Gedichte und heitere Episoden ebenso wie durch den mitunter orientalisch bildhaft geprägten Erzählstil erhält das Buch seinen besonderen poetischen Reiz. Frau Naziri betrachtet ihr Buch selbst als "Brücke" , die sie sich zwischen den Kulturen ersehnt, mit dem Glauben an den besonderen Wert jeder Kultur und dass wir nur dann von einander lernen können, wenn wir jede Kultur in ihrer eigenen Art zu würdigen wissen und die eigene Geschichte und Wertvorstellungen nicht über andere Lebenserfahrungen und Lebensformen stellen. Ein lesenswertes Buch nicht nur über den Iran, sondern zu vielen politischen Fragen und kulturellen Konflikten. (Hans Peter Weiss)

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