Pressestimme zu "Die Ordnung der Mutter - Wege aus dem Patriarchat"

Aus: Portal für Politikwissenschaft / www.pw-portal.de, 22.12.2011

Vertreterinnen und Vertreter heutiger matriarchaler Gesellschaften und Referentinnen aus aller Welt kamen während eines Kongresses in Karlsruhe 2008, dem sogenannten MutterGipfel, zusammen, um von ihren Erfahrungen zu berichten und Möglichkeiten des gesellschaftlichen Wandels in der Gegenwart zu erörtern. Zugleich wurde auch den historischen Überresten des Matriarchats in indigenen Kulturen nachgespürt. Marina Meneses, Abgesandte der sogenannten starken Mütter von Juchitán in Mexiko, erläutert die Mechanismen des sogenannten Marktes der Frauen. Dieser sei perfekt an die lokalen Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst, zudem würden die Frauen als selbstbewusste Händlerinnen auftreten. Der Handel beruht auf dem Prinzip der Reziprozität. Für die Mütter von Juchitán sei der Markt nicht nur ein Handelsplatz für selbstproduzierte Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, sondern auch ein wichtiger Ort der Kommunikation. Von dem Selbstbewusstsein der Frauen zeugt die Tatsache, dass der in Juchitán eröffnete Supermarkt Walmart bereits nach wenigen Monaten wieder schließen musste. Wenji Wang entstammt dem in matriarchalen Strukturen am chinesischen Lugosee lebenden Volk der Mosuo. Wie das Zusammenleben dort funktioniert, ist in seinem Beitrag nachzulesen – etwa von der Praxis der Besuchsehe beziehungsweise -beziehung. Über die Bedeutung des Mutterseins an sich reflektiert Dagmar Margotsdotter-Fricke am Beispiel ihres persönlichen Prozesses der Emanzipation aus den einengenden Strukturen einer patriarchalen Kleinfamilie, der verbunden war mit einem langwierigen Streit um das Sorgerecht für und die richtige Erziehung ihrer drei Söhne. Sie zieht den Bogen zur zentralen Botschaft des Bandes mit einer Äußerung des Vorsitzenden Richters am Oberlandesgericht, der den Anwalt des Vaters darauf hinwies: "Ohne die Mutter läuft hier gar nichts." (218) Eine Reihe von Fotos vermitteln einen Eindruck von der Atmosphäre des MutterGipfels. (Marinke Gindullis, MG, Politikwissenschaftlerin)

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