Pressestimme zu "ABC des guten Lebens"

Aus: Mathilde, Nov./Dez. 2012

Ein gutes Leben für alle

Neun kluge Frauen schreiben über unsere Gegenwart, in der für sicher gehaltene Werte nicht mehr gelten und sich als Scheingewissheiten erweisen. Denn schon 1996 stellten italienische Philosophinnen fest, dass die bestehende Gesellschaftsordnung – das Patriarchat – zu Ende ist, weil Frauen nicht mehr daran glauben. Die haben längst erkannt, dass die hierarchische Grundstruktur der Welt mit der Verknüpfung des "Höheren" mit Männlichkeit, Geist und Freiheit und des "’Niedrigen" mit Weiblichkeit, Körperlichkeit und Abhängigkeit ein katastrophaler Irrweg war.

So weit so gut – aber wie kommt eine neue, eine bessere Ordnung in das postpatriarchale Durcheinander? Ein gutes Leben für alle ist die zentrale Forderung und dafür braucht es neue Werte, die die Basis für eine neue Ordnung sein können. Es braucht auch einen sorgfältigen Umgang mit der Sprache, denn Worte haben Macht und können gutes Leben fördern, aber auch behindern.

Manche Begriffe haben sich verschoben und passen nicht mehr auf die Wirklichkeit. Neue Wörter sind entstanden, und die Verfasserinnen dieses Buches haben einen umfassenden Wortschatz erarbeitet, diesen in die Form des Alphabets gebracht und das "ABC des guten Lebens" daraus entwickelt. In diesem alphabetisch geordneten Register tauchen Begriffe wie "Begehren", "Geburt/Geburtlichkeit", "Sowohl als auch" oder "Wirtinschaft". Sie machen neugierig und zeigen, dass hier tatsächlich mit abgegriffenen, so genannten "großen Worten" gründlich aufgeräumt wurde. (B.O.)

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