Pressestimme zu "Stärke und Gewalt"

Aus: Wir Frauen, Herbst 3.2014

Die italienische Philosophin Luisa Muraro ist Mitbegründerin der Philosophinnengemeinschaft Diotima. In ihrem Beitrag "Stärke und Gewalt" widmet sie sich der Frage, wie diese beiden Aspekte zusammenhängen und welche Formen von Gewalt existieren. Ausgangspunkt ihrer Reflexionen ist die Feststellung, dass der Gesellschaftsvertrag (und damit der diesem untergeordnete Geschlechtervertrag) tot ist. Denn heute ist Politik Machtkampf. Also stellt sich die Frage, wie sich die einzelne Person ihre (symbolische) Stärke zurückholen kann, wenn sie diesen Vertrag nicht mehr erfüllen will und kann. Mit anderen Worten: Wenn es in der Politik nur noch um Macht geht und ständig den "Mächtigen" das Wort geredet wird, aber die Masse auf der Strecke bleibt, kann ich als Person – auch in Verbindung mit anderen – meine eigene Stärke nutzen, um Politik zu machen statt Machtkampf. Auf diese Weise kann ich aus dem System austreten und "Bestehendes auflösen, ohne zu zerstören". Interessante Thesen, die in Italien intensiv diskutiert werden. (mv)

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