Pressestimme zu "Die weibliche Seite der Ur- und Frühgeschichte"

Aus: efi, evangelische frauen informationen für Bayern, 4/2014

400 Seiten dick ist Barbara Obermüllers Zusammenstellung all der Spuren, die Frauen in der noch schriftlosen Zeit der Ur- Und Frühgeschichte hinterlassen haben. Bis fast zum Ende des zweiten Jahrtausends war dieser Bereich der Geschichtsforschung ganz und gar männlich dominiert, Frauen kamen nicht vor. Wenn doch, dann als nettes Beiwerk und in den Rollen, die sie im Patriarchat der Neuzeit einnahmen, zurückprojiziert in die Vorzeit. Heute würde zwar kein seriöser Wissenschaftler mehr dementieren, dass Frauen in der Frühzeit eine große kulturelle und religiöse Bedeutung gehabt haben. Aber darüber forschen und publizieren tun sie immer noch wenig.
Letzteres, das Publizieren und Zusammenstellen der weiblichen Spuren, hat nun Barbara Obermüller übernommen und präsentiert in ihrem Buch eine unglaubliche Fülle. Systematisch hat sie alle Epochen von der Altsteinzeit über die Jungsteinzeit, die Bronzezeit und dann die Zeiten der KeltInnen, der GermanInnen und schließlich die Zeit der römischen Besatzung in Europa vorgestellt und auf die Rolle der Frauen hin abgeklopft. Anschaulich beschreibt sie die besonderen Entwicklungsfortschritte der jeweiligen Epoche. Auch historisch vorgebildete Leserinnen nehmen hier etwas mit, staunen über die jahrtausendelangen weiblichen Kontinuitäten und sind erschrocken über die zerstörerische Kraft, mit der der patriarchale Wandel gegen Ende der Bronzezeit um sich griff und das weitgehend friedliche Zusammenleben in egalitären Strukturen beendete. (Juliane Brumberg)

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