Pressestimme zu "Nicht alles lässt sich lehren"

Aus: antjeschrupp.com/2015/11/30/luisa-muraro-nicht-alles-laesst-sich-lehren/

... Luisa erzählt darin von ihrer Kindheit – sie wurde 1940 als sechstes von insgesamt elf Geschwistern in einem Dorf in der der Nähe von Vicenza geboren –, von ihren suchenden Jahren als junge Studentin, von ihrer Begegnung mit Lia Cigarini und damit dem Feminismus, von der Gründung des Mailänder Frauenbuchladens und der Rezeption des dort entwickelten Differenzfeminismus in Italien und in anderen Ländern. Und ganz en passant kommt die Theorie dabei mit rüber.

Deutlich wird auch die enge Verwobenheit von Muraros Philosophie mit den jeweils aktuellen politischen Kämpfen und Fragestellungen. Sie erzählt von der Studentenbewegung und von ihrer frühen Erkenntnis, dass ihre Fremdheit sowohl in Bezug auf die Universität als auch in Bezug auf die politischen Kämpfe der Männer direkt mit ihrem Frausein (und speziell auch ihrem Muttersein) zu tun hatte. Sie beschreibt die Befreiung, die die Entdeckung des Feminismus und damit der Unabhängigkeit des weiblichen Begehrens für sie bedeutete. Und es geht auch um das Verhältnis des italienischen Differenzfeminismus zu anderen feministischen Zugängen, zum Beispiel dem Queerfeminismus – im Anhang enthält der Band außerdem die Übersetzung eines aktuellen Vortragstextes von Muraro mit dem Titel "Die sexuelle Differenz gibt es."

Insgesamt kommen hier schön lesbar politisches Engagement, theoretische Erkenntnis und persönliche Biografie zusammen, und auf diese Weise lässt sich jeder dieser Aspekte besser verstehen. Ich könnte mir vorstellen, dass das interessant ist für alle, die mehr über den italienischen Differenzfeminismus wissen möchten, aber sich nicht unbedingt tief in die vorhandenen Bücher und theoretischen Texte einarbeiten wollen ...

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