Pressestimme zu "Ursymbol Labyrinth TÁ PU ÀT"

Aus: www.bzw-weiterdenken.de, 8.12.2015

Von der Weisheit des Labyrinths

Bei einer Fortbildung vor einigen Jahren lernte ich Li Shalima kennen. Auf der grünen Wiese legte sie ein großes Labyrinth aus. Sie lud die nahezu 500 Teilnehmer_innen ein, mit ihr in dieses Labyrinth hineinzugehen. Wir bewegten uns fließend hinein und hinaus wie tiefes Ein- und weites Ausatmen und spürten miteinander: Alles ist in Balance, Vertrauen entsteht in den Weg, nichts ist verloren, alles wird integriert, alles kann wieder neu beginnen. Wir fühlten uns miteinander verbunden in dem großen Kreislauf des Lebens von Werden und Vergehen und Neuwerden.

An diese tiefe Erfahrung konnte ich anknüpfen, als die Verlegerin Christel Göttert mir vor wenigen Wochen das Bilder-Wandbuch von Li Shalima, Ursymbol Labyrinth TÁ PU ÀT zeigte. So nennt das Volk der Hopi das Labyrinth. Es ist ein Wort, das für Ursprung, Quelle, Wiege, Schöpfungsgeschichte, Mutter und Kind steht und auf Geburt und Mütterlichkeit hinweist.

Auf 23 Doppel-Seiten lädt die Künstlerin, Philosophin, Choreografin, Labyrinth- und Matriarchatsforscherin dazu ein, sich dem Labyrinth in seiner Ur-Form als "kretisches Labyrinth" zu nähern. Ausdrucksstarke, farbkräftige, in der traditionellen Technik der Schichtenmalerei gestaltete Labyrinthe hat sie mit erklärenden Texten versehen. Ihre aus matriarchaler Sicht zusammengetragenen Erkenntnisse zum Ur-Symbol gibt sie hier anderen weiter. Philosophische Texte und wertvolle didaktische Materialien fordern auf, der Faszination zu folgen, die darin liegt, dass das Urlabyrinth in eine historische Zeit gehört, in der Menschen ihre Verehrung und Achtung allem Leben gegenüber mit Körperhaltungen ausgedrückt und ihre Verbundenheit miteinander und mit ALLEM in Form von Tänzen demonstriert haben. Aus dem Bedürfnis heraus, der patriarchalen Gewaltspirale etwas entgegenzusetzen, entwickelte Li Shalima eigene Formen von Labyrinth-Retreats. Ihre Labyrintharbeit steht in engem Zusammenhang mit Übungshilfen für herrschaftsfreies Handeln, egalitäres Denken und gewaltfreies Miteinander-Sprechen. Das Wandbuch inspiriert, eigene Erfahrungen im Labyrinth zu wagen.

Man kann es im Zimmer aufhängen wie einen Kalender ohne Datumszeilen und sich an der wunderschönen Gestaltung erfreuen. Eine schöne Idee für alle, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen.

(Kristin Flach-Köhler)

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