Pressestimme zu "Matriarchale Spuren in Kolumbien"

Aus: Mathilde, März/April 2016

Ein Frauendorf in Kolumbien

Seit Jahrzehnten reist Theresia Sauter-Bailliet in ferne Länder, um fremde Kulturen zu entdecken. Im Alter von 83 Jahren wagte sie sich 2014 nach Kolumbien und besuchte dort indigene Völker, die seit dem 16. Jahrhundert nach der Unterwerfung durch spanische Konquistadoren weitgehend zerstört und versklavt wurden, bei denen aber immer noch matriarchale Spuren nachweisbar sind. Diese Völker teilen eine gemeinsame Spiritualität, die auf der Verehrung der Großen Mutter als Schöpferin allen Lebens beruht.

Bei ihren oft abenteuerlichen Exkursionen in abgelegene Dörfer traf die Autorin auf Menschen, die ihre mutterrechtlichen Strukturen bewahren konnten. Bei anderen stellte sie einen deutlichen Widerspruch zwischen der immer noch bestehenden Verehrung von Mutter Erde und dem konkreten Umgang mit Frauen fest, die ganz offensichtlich aus einer aktiven in eine passive Rolle gedrängt worden waren. Besonders hoffnungsvoll ist das Kapitel über das im Jahr 2001 gegründete Frauendorf Nashira im Südwesten Kolumbiens. Heute leben dort 88 Mütter mit ihren Kindern, einige zusammen mit ihren Partnern. Familienoberhaupt und Ernährerin ist die Frau, Frauen besetzen auch die dörflichen Verwaltungspositionen. Viele interessante Details und zahlreiche Abbildungen zeichnen das Buch aus. (B.O.)

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