Pressestimme zu "Die weibliche Seite der Ur- und Frühgeschichte"

Aus: Krampfader, 2015-2

Barbara Obermüller ermöglicht in ihrem Buch "Die weibliche Seite der Ur- und Frühgeschichte" einen guten Einblick in die Matriarchatsforschung Mitteleuropas, von der Altsteinzeit bis zur Eisenzeit.

Sie beschreibt das Leben aus weiblicher Sicht von der Altsteinzeit bis zur Eisenzeit. Dabei deckt sie die von der patriarchal geprägten Geschichtsschreibung ignoriert und verschwiegene weibliche Seite über Jahrtausende unserer Geschichte auf. Anhand vieler Forschungsergebnisse und archäologischer Funde beschreibt sie das friedliche Zusammenleben, den Alltag und die kulturellen Errungenschaften während der Zeit, in der die Menschen noch in matrilinearen Clans zusammenlebten und das Weibliche als göttlich verehrt wurde. Dabei geht sie auf die verschiedenen Epochen der Altsteinzeit, Jungsteinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit ein sowie die Zeit der Keltinnen und Kelten.

Insbesondere beschreibt sie auch das Geschlechterverhältnis und das weibliche Weltbild der Menschen in der matrilinear geprägten Ur- und Frühgeschichte, die ganzheitliche Art im Einklang mit der Welt und dem Kosmos zu leben sowie auch, wie das Göttliche als weiblich angesehen wurde, und die einzelnen Göttinnen, die verehrt wurden.

Sie beschreibt im Anschluss den gesellschaftlichen Wandel, der sich auch auf das Geschlechterverhältnis und das Weltbild hin zum patriarchalen Denken auswirkt. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag darin, der männlich geprägten Geschichtsschreibung etwas entgegenzusetzen und den Frauen einen anderen Blick auf ihre eigene Geschichte zu ermöglichen …

Es bleibt zu hoffen, dass mit einer veränderten Geschichtsschreibung dieses positive Selbstbild und das kollektive Selbstbewusstsein wieder seinen Platz in den Köpfen und Seelen der Frauen bekommen.

Vor diesem Hintergrund stimmt es traurig zu lesen, wie das Weibliche immer mehr abgewertet wurde und die in den frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte verehrten weiblichen Kräfte vom Positiven ins Negative verkehrt wurden. So wurden unter anderem Menstruation und Geburt, Fähigkeiten, für die die Frauen seit Urzeiten verehrt wurden, für unrein erklärt. Die weiblichen Göttinnen wurden zunächst an die Seite der männlichen Götter gestellt. Bis dann letztendlich die monotheistischen Religionen sich ausschließlich auf einen männlichen Gott beziehen. Trotzdem ist es erstaunlich, wie viel trotz der Christianisierung vom alten Göttinnenglauben erhalten geblieben ist und auch heute noch vorhanden ist und vermehrt auch wieder bei vielen Frauen auflebt …

Das Buch ist verständlich geschrieben, der Fachterminus in einfacher Sprache erklärt und somit gut lesbar, auch wenn keine ausgeprägten Vorkenntnisse in dem Gebiet der Matriarchatsforschung vorhanden sind. Die beschriebenen Zusammenhänge werden gut erklärt und fundiert belegt …

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