Pressestimme zu "Familie als Beginn"

Aus: Mathilde, Mai/Juni 2016

Wenn eine Frau Familienoberhaupt ist

In den westlichen Industrieländern werden etwa 40 Prozent der Ehen geschieden, es gibt viele verarmte allein erziehende Mütter und einsame alte Menschen. Die Mosuo in China haben diese Probleme nicht. Sie leben innerhalb eines Matri-Clans mit ihren alten und jungen Verwandten in der mütterlichen Linie zusammen. Das Liebesleben ist losgelöst von ökonomischen und familiären Aspekten. Jede junge Frau hat ihren eigenen Raum, wo sie Freundinnen und Freunde empfangen kann. Sie bekommt nur nachts Besuch, denn der Geliebte lebt auch in seiner mütterlichen Sippe. Bei einer Trennung geht nicht die Familie in die Brüche, worunter vor allem Kinder leiden. Um deren Erziehung kümmern sich alle, Gewalt gegen Frauen und Kinder ist unbekannt und es gibt keine Kluft zwischen den Geschlechtern, den Generationen und zwischen Arm und Reich. Der Besitz der Großfamilie wird von einer der älteren Frauen verwaltet. Das Buch schließt mit einer aufschlussreichen Diskussion über die Frage, ob alternative Lebensformen mit matriarchalen Werten heute in der westlichen Welt lebbar sind, vor allem für junge Frauen. (B.O.)

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