Doktorat in Philosophie, Doktorandin in Linguistik, Licence in Philosophie und in Literaturwissenschaften, Licence in Psychologie und Diplom in Psychopathologie, Ausbildung als Psychoanalytikerin. Gegenwärtig Forschungsleiterin für Philosophie am Centre Nation de la Recherche Scientifique (C.N.R.S.) in Paris. Mit dem Ziel, ein neues Denken und eine neue private und politische Praxis der sexuellen Differenz auszuarbeiten, hat Luce Irigaray eine Kritik der patriarchalen Kultur vorgenommen und den Horizont einer anderen Kultur entworfen, in dem das eine Geschlecht weder dem anderen unterstellt noch von ihm ausgebeutet wird. Das hat sie, wie auch viele Philosophen, dahin geführt, die verschiedenen Dimensionen des individuellen und kollektiven Lebens erneut zu defininieren: die Beziehungen zur (mikro- und makrokosmischen) Natur, zur soziopolitischen und symbolischen Organisation, insbesondere zur Sprache, zum Recht, zur Religion. Der Ausdruck ihrer Forschung nimmt einmal mehr spekulative (Speculum, Ethik der sexuellen Differenz. J’aime à toi. Etre deux), einmal mehr wissenschaftliche (Parler n’est jamais neutre, Sexes et genres à travers les langues), einmal mehr unmittelbar politisch-ethische (Je, tu, nous, La democrazia comincia a due), einmal mehr literarische (Passion élémentaires) Formen an. Luce Irigaray hat mit zahlreichen Frauengruppen aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen Kulturen gearbeitet, eine theoretische Arbeit, auch eine politische Arbeit, die immer die Befreiung zum Ziel hatte. Aber diese Arbeit wurde stets begleitet von Bündnissen mit gemischtgeschlechtlichen theoretischen und politischen Kreisen: Teilnahme an Werkstattarbeiten, Organisation von Kolloquien und Forschungsgruppen, Vorträgen und Diskussionen in politischen Versammlungen mit Frauen und Männern.