Zur Verlagsgeschichte

Die Verlegerin Christel Göttert gründete ihren Frauenbuchverlag 1992. Von Anfang an wirkte ein Kreis von freien Mitarbeiterinnen (Grafikerinnen, Lektorinnen, Übersetzerinnen ...) an der Entstehung der Bücher mit.

Zu den Inhalten des Verlages:

Ziel war und ist bis heute, die Unterschiedlichkeit von Frauen zu zeigen und die Vielfalt weiblichen Schaffens und Denkens sichtbar zu machen. So lautet unser Motto: Bücher von Frauen für die Welt.
Daher ist die Bandbreite des Verlagsprogrammes groß, sie reicht von der Auto-Ratgeberin für Frauen bis zum weiblich Göttlichen. Alle Bücher verbindet der Wunsch, dem weiblichen Blick auf die Welt Ausdruck zu verleihen und in der Geschlechterdifferenz zu denken. Im Sinne weiblicher Genealogien soll zugleich an Leben und Werk vorausgegangener Frauen angeknüpft werden.
Unsere Autorinnen mischen sich ein in gesellschaftspolitische Themen – mit Büchern zu aktuellen Debatten (sexuelle Gewalt, der Platz der Väter, Stadtkultur), mit kritischen Analysen (Sinnhaftigkeit politischen Handelns, Entlarvung patriarchaler Strukturen, Neubewertung von Denktraditionen aus weiblicher Sicht, Entwürfe für eine gerechtere Gesellschaft), mit differenzierten Kulturbetrachtungen aus arabischen Ländern (Afghanistan, Iran) oder interessanten Porträts und Werkdarstellungen (die radikal-feministische Denkerin Mary Daly, die frühe Psychoanalytikerin Sabina Spielrein, die Dramatikerin Ilse Langner, die englische Bestsellerautorin Elizabeth von Arnim).
Farbenfrohe Bildbände stehen neben Sachbüchern, wissenschaftlichen und belletristischen Titeln. Das Programm verzeichnet zudem auch mehrsprachige Veröffentlichungen, u.a. bei den Vorträgen der französischen Philosophin Luce Irigaray.
Und von Anfang an waren die Publikationen des Verlages eng verknüpft mit Aktionen, Ausstellungen, Kongressen und ähnlichen Aktivitäten verschiedenster Frauennetzwerke und -institutionen. Die Bücher sind Grundlage von Seminaren und Arbeitsgruppen.

Sie können bei uns Bücher zu den folgenden Schwerpunkten finden:

  • Philosophie / Politik der Frauen
  • Frauengeschichte
  • Frauenbiographien
  • Frauenliteratur
  • Matriarchatsforschung / weibliches Wissen / Spiritualität
  • Bücher zu Frauenausstellungen und -projekten
  • Ratgeber zu unterschiedlichen Bereichen

10 Jahre (2001-2011) haben wir auch "Virginia",die einzige deutsche Zeitschrift für FrauenBuchKritik, herausgegeben. Übernommen hatten wir sie von Anke Schäfer, nun wird sie vom AvivA Verlag betreut.

Ebenso 10 Jahre (2007-2017) haben wir die deutsch-englische Ausgabe des astrologischen Frauenkunstkalenders WE´MOON vom amerikanischen Frauenkollektiv Mother Tongue Ink herausgebracht. Übernommen hatten wir die Agenda von Gisela Ottmar (Labyrinth Verlag). Unser besonderer Dank gilt allen Übersetzerinnen. Leider gibt es nun keine deutsche Fassung mehr.

Marga-Mayer-Gedenkpreis für Christel Göttert

Im September 2014 erhielt die Verlegerin Christel Göttert den Marga-Mayer-Gedenkpreis der Gerda-Weiler-Stiftung. Im Rahmen ihrer Jahrestagung vergab die Stiftung, die feministische Frauenforschung zur historischen, kulturellen, spirituellen und sozialen Befindlichkeit von Frauen (insbesondere außerhalb des universitären Bereichs) fördert, den Preis zum ersten Mal. Er ist der 2008 verstorbenen Schatzmeisterin gewidmet und ehrt Frauen außerhalb des Vorstandes, die sich um Zweck und Stiftungsziele besonders verdient gemacht haben.

Kulturpreis des Kreises Groß Gerau 2017 für Christel Göttert

Geehrt wurde Christel Göttert für 40 Jahre Engagement für mehr Rechte für Frauen in zahlreichen Organisationen und in ihrem frauenpolitischen Verlag in Rüsselsheim, in dem seit seiner Gründung vor 25 Jahren rund 100 Bücher zu den Themen Frauenwelten und Frauenleben erschienen sind. "Der Preis würdigt das kulturelle, aber auch das kulturpolitische Schaffen von Christel Göttert, das herausragend ist", lobte Landrat Thomas Will. Der Frauenbuch-Verlag sei einer der wenigen noch heute bestehenden und zähle daher zu den lobenswerten Besonderheiten in Rüsselsheim sowie dem Kreis. Christel Göttert wisse: Der Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit sei der Einsatz für eine gerechtere Welt.

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