Termine mit Autorinnen: Birgitta M. Schulte

09.06.2001: Konferenz Junge Autoren in der deutschsprachigen Literatur

Vortrag am 9.6.2001, 16.30 Uhr in der Konferenz "Junge Autoren in der deutschsprachigen Literatur zwischen 1945 und 1952 (7.6. - 9.6.2001), veranstaltet von der Internationalen Wolfgang-Borchert-Gesellschaft in der Carl von Ossietzky Universität, Aby-Warburg-Haus, Heilwigstr. 116, 20249 Hamburg.

"Nicht heute jung, einstmals nur"

Ilse Langner über die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, ihre Mitglieder, ihre Politik, ihre Leistung nach 1949

Die Verleihung des Büchner-Preises war lange von Kritik begleitet. Auch 1976 hatte es wieder kritische Stimmen zum Ausgezeichneten, vor allem aber auch zu den Auszeichnenden gegeben. Die in Darmstadt erscheinende Tageszeitung "Darmstädter Echo" gab Ilse Langner als Mitglied der Akademie Gelegenheit zu antworten. In "phantasieloser Wiederholung" werde den Mitgliedern der Akademie vorgeworfen, "daß sie nicht heute jung, sondern es einstmals waren", gab Ilse Langner zurück. Im Verdikt "Greisen-Club" bündeltete sich die Kritik an der Politik der "Wiederbelebung", die Akademie hatte nach 1949 vor allem Werke vom Anfang des 20. Jahrhunderts publiziert. Dass sie schließlich Autoren der Gruppe 47 prämierte, veränderte die Stimmung gegenüber der Akademie nicht. Ilse Langner beschreibt die Entwicklung und gipfelt in dem Plädoyer, die Akademie, Hüterin der Sprache, sei eine Geistesfestung, die nicht geschleift werden dürfe. Im Zentrum des Diskussionsimpulses soll die von ihr gespiegelte Reaktion der "Kriegsteilnehmer" auf die Gruppe 47 stehen. Ilse Langner bezeichnet die Arbeiten der "Jung-Stürmer" als eine "befremdlich bourgoise Kritik an der neuen Bourgoisie".

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