Projekt Beschreibung
Pflichtlektüre!
Wolfgang Hammer, März 2026
Ilka Schnaars eröffnet mit ihrem Buch wichtige Zugänge zum Thema Sorgerecht und väterliche Gewalt, die in der öffentlichen Diskussion um institutionelle Gewalt gegen Frauen und Kinder oftmals in den Hintergrund geraten.
Ihr geht es dabei nicht nur um die Verweigerung des Anspruches auf Schutz vor Gewalt von Müttern und ihren Kindern in familiengerichtlichen Verfahren, sondern auch um die Aufdeckung einer verbreiteten Grundannahme der völligen Gleichwertigkeit von Vätern und Müttern und den damit verbundenen negativen Folgen.
Sie belegt, dass es weder eine tatsächliche noch rechtliche Gleichwertigkeit von Mutterschaft und Vaterschaft geben kann und dass diese Fiktion ihren Ursprung in einer patriarchalen Familienrechtspraxis hat, nach der bis zum Jahr 1959 Eltern-rechte reine Väterrechte waren, und erst durch ein Urteil des Bundesverfassungs-gerichts den Müttern ein gleichberechtigter Zugang zu Elternrechten ermöglicht wurde.
Mutter wird man durch Geburt – Vater wird man durch einen Rechtsakt der Anerkennung der Vaterschaft. Die allzeitig bestehende Schutzbedürftigkeit der staatlichen Gemeinschaft auch für werdende Mütter, hat deshalb zu Recht im Grundgesetz seinen Ausdruck im Art. 6 Abs. 4 gefunden:
Jede Mutter hat den Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
Die Autorin führt ihre Leserschaft durch die Geschichte der Rechtsprechung und Reformen und der ihnen zugrunde liegenden gesellschaftlichen Grundannahmen und ihren Auswirkungen, die durchgängig eine Abwertung und Schwächung der Mutterrolle und des Kinderschutzes zur Folge hatten.
Damit macht sie zugleich deutlich, dass wir in Deutschland eine breiter angelegte Diskussion über Mutterschaft und Vaterschaft brauchen, um unseren Kindern die optimalen Entwicklungschancen für ein selbstbestimmtes Leben zu geben und sie insbesondere vor allen Formen von Gewalt zu schützen.
Ilka Schnaars stellt deshalb auch kritische Fragen an das Bundesverfassungs-gericht, dessen Rechtsprechung zumindest widersprüchlich ist. Ihre Analysen und Forderungen erfolgen auf der Basis der Auswertung relevanter Studien, die eine evidensbasierte familienrechtliche Verfahrenspraxis auszeichnen sollten.
Durch ihr breites berufliches Spektrum als Sozialpädagogin und Juristin mit Praxis-erfahrungen aus der Kinder- und Jugendarbeit, der Opferhilfe und aus universitärer Forschung gewinnen ihre Problembeschreibungen an Tiefgang und Nachvollzieh-barkeit.
Dieses Buch sollte zum Pflichtprogramm aller Berufsgruppen werden, die sich dem Kindeswohl und dem Leitbild einer gewaltfreien Gesellschaft verpflichtet sehen.
Siehe auch https://www.familienrecht-in-deutschland.de/dossiers/macht-und-kontrolle/.