An die ersten zehn Jahre ihrer Kindheit kann Doris Wind sich lange nicht erinnern. Plötzlich auftretende Panikattacken und Angststörungen massivster Art zwingen die junge Frau mit Anfang 20 dazu, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

In einer Art bruchstückhaft zusammengesetztem Vexierbild zeigt »Eine unfassbare Sehnsucht« eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit einer Kindheit und Jugend, die durch sexualisierte, psychische und physische Gewalt geprägt und fast zerstört wurde.

Was sie rettet, ist die Hilfe von TherapeutInnen und Freundschaften – und das Schreiben. Sie findet die richtige Sprache, um das auszudrücken, was ihr auf der Seele brennt. Auf mehreren Erzählebenen transportiert sie eine vorsichtige Botschaft: Überleben ist möglich, und mehr noch: auch Glücklichsein.

Mit ihrem Buch will Doris Wind Mut machen – und sie plädiert zugleich für eine entschiedene Haltung des Hinsehens.