Gegenüber der Türkei, die von den jeweils Regierenden repräsentiert wird, gibt es noch eine „andere Türkei“.

Wohl kaum eine einzelne Person vermag diese so beispielhaft zu verkörpern wie die international geehrte Medizinprofessorin, Feministin und zivilgesellschaftliche Aktivistin Türkan Saylan (1935-2009). Die Autorin Zehra Ipsiroglu konnte viele Gespräche mit ihr führen und so in diesem Buch nicht nur Saylans vielseitiges Leben und Schaffen behandeln, sondern auch aus ihrem Blick die jüngste Geschichte der Türkei beleuchten – so anschaulich, wie es Außenstehenden nicht möglich wäre.

Im Mittelpunkt steht Saylans unermüdlicher Kampf für die Rechte und Förderung von Mädchen und Frauen, besonders von denen, die „ganz unten“ stehen: als Straßenkinder, Opfer von sog. „Ehrenmorden“, Kranke, Behinderte, Prostituierte.

Wer diese Gespräche mit der Menschenfreundin Türkan Saylan liest, erkennt: Die moderne Türkei hat noch anderes zu bieten als die deprimierenden Meldungen, die augenblicklich von dort zu uns kommen.

2020-02-25T09:25:59+01:00

Kulturette, Winter 2019

Saylan war eine äußerst charismatische Frau, die sich unermüdlich, mit viel Empathie und optimistischem Blick für die Zukunft und für die Menschen in der Türkei einsetzte ... Türkan Saylan steht für humanistische soziale Werte ...